Anleihen sind im Prinzip als Wertpapiere verbriefte Kredite

Serie Finanzwissen: Vermeintlich konservativ, aber absturzgefährdet Grundsätzliches über Anleihen

Anleihen galten lange als gute Möglichkeit für Anleger, die auf der Suche nach verzinslichen Alternativen zu Bankeinlagen waren. In der Ära der Niedrigzinsen hat sich das geändert. Heute bieten festverzinsliche Wertpapiere oft noch weniger Rendite als Geld auf der Bank.

Anleihen sind im Prinzip als Wertpapiere verbriefte Kredite, bei denen der Schuldner dem Anleihegläubiger regelmäßige Zinszahlungen während der Laufzeit und die Rückzahlung des geliehenen Betrags am Laufzeitende verspricht. Vor allem Staaten, aber auch viele Unternehmen und Institutionen machen von dieser Form der Finanzierung Gebrauch.

Rendite und Anleihe-Kurse - ein klarer Zusammenhang 

Die Rendite einer Anleihe ergibt sich aus den zu erwartenden Zinskupons im Verhältnis zum Anleihe-Kurswert. Sie ist in der Regel nicht identisch mit dem Nominalzinssatz, der sich immer auf den Nennwert des Papiers bezieht. Die Rendite wird durch die Marktzinsentwicklung beeinflusst. Steigen die Zinsen am Markt, erhöht sich auch die Rendite einer bereits gehandelten Anleihe - umgekehrt sieht es bei fallenden Zinsen aus. 

"Gesteuert" wird die Renditeanpassung über die Anleihe-Kurse. Daher sind steigende Zinsen am Markt immer gleichbedeutend mit sinkenden Kursen et vice versa. Die Kursausschläge fallen dabei umso heftiger aus, je länger die Restlaufzeit noch dauert und je stärker der Anleihezins vom Marktzinsniveau abweicht. Zum Laufzeitende nähern sich die Kurse dann immer mehr dem 100-Prozent-Niveau an. Wer seine Anleihe bis zum Schluss durchhält, hat daher kein wirkliches Kursrisiko - wer vorzeitig verkaufen will, dagegen schon. Die Schwankungen mögen nicht so drastisch ausfallen wie bei Aktien, können aber durchaus beträchtlich sein. 

Es gibt auch bei Staaten unterschiedliche Bonitäten und das Ausfallrisiko ist keineswegs nur theoretisch." 

Keine preiswerte Sicherheit - Negativrenditen bei Bundesanleihen 

Staatsanleihen galten lange als sicheres Investment. Spätestens seit den Staatspleiten von Argentinien oder Griechenland mussten Anleger lernen, dass man hier differenzieren muss. Es gibt auch bei Staaten unterschiedliche Bonitäten und das Ausfallrisiko ist keineswegs nur theoretisch. Emittenten mit schlechterer Bonität bieten üblicherweise höhere Zinsen, so dass zwischen Rendite und Risiko abzuwägen ist. 

Deutsche Bundesanleihen gelten als eine der sichersten Anleiheformen überhaupt. Deshalb sind sie besonders gefragt - sogar so sehr, dass die Renditen bei kürzeren Laufzeiten inzwischen negativ sind. Wer mit Geldanlagen Vermögen mehren will, ist bei diesem Investment daher aktuell nicht gut beraten. Ob und wann sich das wieder ändern wird, steht einstweilen in den Sternen.

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