Internet-Giganten Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google

Vereinfachung hat Konjunktur Investieren nach Schlagworten

Sagt Ihnen das Kürzel FAANG etwas? Wenn nicht, gehören Sie vielleicht nicht zu den Lesern einschlägiger Finanzmedien, die den Kauf von FAANG-Titeln als brandheißen Investment-Tipp propagieren. Versäumt haben Sie damit nichts, denn das Investieren nach Schlagworten und Kürzeln führt nicht zu besseren Ergebnissen - im Gegenteil.

Der geheimnisvolle Begriff FAANG lässt sich einfach auflösen. Er steht für die Anfangsbuchstaben der Internet-Giganten Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google. Die Aktien dieser Unternehmen performten im vergangenen Jahr überdurchschnittlich. Lag die Rendite in den ersten zehn Monaten 2017 beim breit gestreuten Marktindex S&P 500 bei 16,91 Prozent, wurde dieses schon gute Resultat durch die FAANG-Unternehmen noch getoppt. Hier war die Rendite mindestens doppelt so hoch. Netflix schoss mit 58,67 Prozent den Vogel ab. 

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FAANG & Co. - Schlagworte und Kürzel sind beliebt 

Das Investieren nach Schlagworten und Kürzeln ist keineswegs neu. Auch in der Vergangenheit wurden bestimmte, besonders vielversprechend scheinende Aktien zu mehr oder weniger einprägsamen "Kunst-Begriffen" zusammengefasst. In den 1960er wurde gerne von den "Nifty Fifty" gesprochen - einer Auswahl von 50 Blue Chips für eine gelungene Buy and Hold-Strategie. Alle 50 Titel haben im Zeitablauf an Glanz verloren. Kurz vor der Jahrtausendwende waren Dot-Com-Werte schick - bis die Blase platzte. Wenige Jahre später wurden Investments in Unternehmen aus den BRICS-Staaten empfohlen, weil Schwellenländer-Aktien überdurchschnittliche Renditen versprachen. Deren Performance war dann aber durchwachsen. 

Ob FAANG, BRICS, Nifty Fifty oder Dot-Com - die Börsen-Erfahrung zeigt, dass es auf Dauer wenig bringt, Aktien nach solchen Schlagworten zu selektieren. Der Schuss kann sogar nach hinten losgehen. Es mag zwar sein, dass Werte aus bestimmten Branchen oder Regionen eine Zeitlang überperformen. Das sagt aber nichts über deren Zukunftsperspektiven. Eine ausgezeichnete Entwicklung in der Vergangenheit hat keine Beweiskraft für künftigen Erfolg. Von daher wäre es zum Beispiel verfehlt, bevorzugt FAANG-Titel zu erwerben, weil sie 2017 so starke Renditen erzielten. 

Die überlegene Strategie besteht nach wie vor darin, möglichst breit gestreut in den Markt als Ganzes zu investieren."

Die überlegene Strategie 

Die überlegene Strategie besteht nach wie vor darin, möglichst breit gestreut in den Markt als Ganzes zu investieren. Dabei muss man zwar in Kauf nehmen, auch Aktien im Portfolio zu haben, die nicht so gut laufen.

Dafür verzichtet man aber auch garantiert nicht auf die "Überperformer". Insgesamt führt die breite Streuung zu einem ausgewogenen Verhältnis von Risiko und Rendite. 

Bei einer gezielten Selektion von Aktien besteht dagegen die Gefahr, dass dieses Verhältnis in Schieflage gerät und dass Werte mit Perspektive "übersehen" werden.  Sie gehen dann Risiken ein, die der Markt nicht belohnt. Verzichten Sie lieber auf das "Schlagwort-Investment".

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