Aktive ETFs verbinden zwei Welten. Sie sind börsengehandelt und meist täglich transparent

Studie Investmententscheider greifen zu aktiven ETFs

Aktive ETFs werden bekannter, werden aber bislang meist nur als Beimischung genutzt.

Aktive ETFs verbinden zwei Welten. Sie sind börsengehandelt und meist täglich transparent. Gleichzeitig folgt ihre Zusammensetzung nicht strikt einem Index. Stattdessen trifft ein Managementteam laufende Entscheidungen. Genau diese Mischung erklärt den wachsenden Einsatz, aber auch die hohe Messlatte. Eine europaweite Befragung durch das Analysehaus Research in Finance zeichnet ein klares Bild. Aktive ETFs haben sich in vielen professionellen Portfolios etabliert, jedoch in kleiner Gewichtung. Bei Endkunden ist das Thema deutlich weniger verbreitet.

Begriff und Abgrenzung

Ein aktiver ETF bleibt ein ETF in der Hülle. Er wird an der Börse gehandelt und ist als Produktstruktur standardisiert. Aktiv ist die Steuerung im Inneren. Das Management kann Titel auswählen, Schwerpunkte setzen oder Risiken anpassen. Damit unterscheidet er sich von klassischen Index-ETFs, die einen Index nachbilden.

Gleichzeitig unterscheidet er sich auch von klassischen Publikumsfonds. Die ETF-Struktur bringt meist höhere Handelbarkeit und oft mehr Transparenz. Die aktive Leistung muss sich trotzdem am Ergebnis messen lassen, und zwar nach Kosten.

Kernergebnisse der Befragung

Die Befragung umfasste europaweit rund 1.000 Teilnehmende. Der Schwerpunkt lag bei institutionellen Investoren und Anlageprofis aus dem Wholesale-Bereich. Zusätzlich wurden 300 Privatanleger in Deutschland, Italien und Großbritannien einbezogen.

Unter den Investoren, die bereits ETFs nutzen, zeigt sich eine deutliche Öffnung für aktive Varianten. Rund die Hälfte verwendet nach den Angaben bereits aktive ETFs. Etwa ein Fünftel erwägt den Schritt.

Ein weiteres Fünftel bleibt unentschlossen. Der verbleibende Teil lehnt aktive ETFs ab. Gleichzeitig fällt auf: Selbst dort, wo aktive ETFs genutzt werden, bleiben die Quoten meist niedrig.

Bei Privatanlegern sind Nutzung und Kenntnis deutlich geringer. Das deutet auf eine frühe Phase der Verbreitung im Endkundensegment hin. Der Marktimpuls kommt derzeit stärker aus dem professionellen Bereich.

Motive im professionellen Einsatz

Profianleger nutzen aktive ETFs in zwei Richtungen. Ein Teil ersetzt klassische aktive Publikumsfonds durch aktive ETFs. Ein anderer Teil ersetzt passive ETFs, wenn eine aktive Sicht auf Risiken oder Chancen umgesetzt werden soll. In beiden Fällen steht weniger „neue Verpackung“ im Vordergrund. Im Vordergrund steht ein anderer Steuerungsansatz innerhalb eines vertrauten Formats.

Typische Motive lassen sich sachlich bündeln:

  • Effiziente Umsetzung über ein börsengehandeltes Vehikel.
  • Transparenz über Bausteine und Positionen, je nach Produktkonzept.
  • Flexibilität bei Allokation und Risikosteuerung innerhalb einer Strategie.
  • Kostenpositionierung zwischen klassischen Fonds und reinen Indexlösungen.

Damit entsteht ein Zwischenfeld. Aktive ETFs besetzen weder die reine Indexlogik noch den klassischen Fondsvertrieb. Genau darin liegt ihre Nische.

Grenzen der Nische

Aktive ETFs gewinnen an Verbreitung, besonders bei professionellen Investoren. Die Nutzung bleibt häufig klein, aber sie ist strategisch begründet. Zwei Bewegungen prägen das Bild: Austausch klassischer aktiver Fonds durch ETF-Strukturen und selektiver Ersatz passiver ETFs durch aktive Varianten. Damit haben aktive ETFs eine Nische gefunden, die zwischen Regelwerk und Managerentscheidung liegt."

Die Akzeptanz hängt an einem strengen Nachweis. Aktives Management muss Mehrwert liefern, sonst bleibt der Kostenaufschlag unattraktiv. Der Vergleich ist nicht nur „aktiver Fonds gegen aktiver ETF“. Der Vergleich ist auch „aktive Lösung gegen sehr einfache, günstige Standards“.

Mehrere Punkte begrenzen den schnellen Durchbruch:

  • Nachweis über Marktzyklen bleibt bei vielen Produkten noch kurz.
  • Kostenebenen wirken doppelt, wenn zusätzliche ETF-Bausteine genutzt werden.
  • Regel-Transparenz ist oft geringer als bei strikt regelbasierten Produkten.
  • Dosierung bleibt klein, weil Risiken der Strategie schwerer kalibrierbar sind.

Damit bleibt die Nische plausibel, aber sie ist anspruchsvoll. Bekanntheit allein reicht nicht. Entscheidend ist die Nettoleistung nach Kosten und nach realer Umsetzbarkeit.

Bedeutung für den ETF-Markt

Die Entwicklung verschiebt die Kategorien. Die frühere Trennlinie „aktiv versus passiv“ wird weniger klar. Aktivität kann in der Steuerung liegen, während die Hülle ETF bleibt. Gleichzeitig übernehmen aktive Anbieter Elemente, die lange als Stärke passiver Produkte galten, etwa Handelbarkeit und Standardisierung.

Für den Markt bedeutet das: ETFs werden nicht nur als Indexinstrument gesehen. Sie werden zunehmend als Struktur genutzt, in die unterschiedliche Managementstile eingebettet werden.

Fazit

Aktive ETFs gewinnen an Verbreitung, besonders bei professionellen Investoren. Die Nutzung bleibt häufig klein, aber sie ist strategisch begründet. Zwei Bewegungen prägen das Bild: Austausch klassischer aktiver Fonds durch ETF-Strukturen und selektiver Ersatz passiver ETFs durch aktive Varianten. Damit haben aktive ETFs eine Nische gefunden, die zwischen Regelwerk und Managerentscheidung liegt.

Ob diese Nische wächst, hängt am harten Kriterium der Rechtfertigung. Zusätzliche Kosten müssen durch bessere Risikosteuerung, stabilere Ergebnisse oder Mehrertrag plausibel werden. Der Vergleich mit günstigen, einfachen Referenzen bleibt dabei der entscheidende Prüfstein. Gelingt dieser Nachweis über mehrere Marktphasen, kann aus der Nische ein fester Baustein in vielen Portfolios werden. Bleibt der Nachweis aus, bleibt das Format vor allem eine interessante Option für Spezialfälle.

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