Mit einem Bonusvolumen von bis zu 2,7 Millionen Euro setzt die Targobank ein deutliches Signal

Targobank lockt Mitarbeiter Millionen-Bonus für ESG-Ziele

Nachhaltigkeit als Bestandteil der Vergütungspolitik.

Nachhaltigkeit wird in der Bankenbranche zunehmend Teil der strategischen Steuerung. Bei der Targobank wird dieser Anspruch nun auch finanziell hinterlegt. Die Bank koppelt zusätzliche Vergütungskomponenten für viele Beschäftigte an konkrete ESG-Ziele. Insgesamt stehen dafür bis zu 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.


ESG-Ziele mit Vergütungsbezug

Seit diesem Jahr definiert die Bank konkrete jährliche ESG-Vorgaben. Dabei geht es um Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien, also um ökologische Verantwortung, gesellschaftliches Engagement und verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Personalchef Alexander Bohrer betont die Rolle der Belegschaft bei der Umsetzung dieser Ziele. Mitarbeitende hätten durch ihr Verhalten und ihre Haltung unmittelbaren Einfluss auf die Zielerreichung. Der neu eingeführte ESG-Bonus soll diesen Beitrag sichtbar machen.

Mit dem Bonus wird ein kollektives Vergütungselement eingeführt. Das bedeutet: Die Auszahlung hängt nicht allein von individueller Leistung ab, sondern von der gemeinsamen Erfüllung definierter Nachhaltigkeitsziele. Damit wird ESG nicht als abstrakte Leitlinie formuliert, sondern in die operative Steuerung integriert.


Boni als Steuerungsinstrument

Variable Vergütung hat im Bankensektor traditionell eine hohe Bedeutung. Boni dienen nicht nur der Honorierung von Leistung, sondern auch der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. In der Vergangenheit wurden ESG-Kriterien häufig in den Zielvereinbarungen des Top-Managements verankert.

Neu ist, dass Nachhaltigkeitsziele nun breiter in der Organisation verankert werden. Die Ausweitung auf viele Beschäftigte signalisiert, dass ESG nicht allein auf Vorstandsebene gesteuert werden soll, sondern als Bestandteil der Unternehmenskultur verstanden wird.

Die ökonomische Logik dahinter ist klar: Was vergütet wird, erhält Priorität. Durch die Kopplung an Bonuszahlungen entsteht ein finanzieller Anreiz, ESG-Ziele ernsthaft zu verfolgen. Gleichzeitig wird Nachhaltigkeit messbar gemacht, da konkrete Zielgrößen definiert werden müssen.


Wirkung auf Unternehmenskultur und Marktposition

Nachhaltigkeit wird damit von einem reputationsbezogenen Thema zu einem integralen Bestandteil der Vergütungsarchitektur. In einer Branche, in der variable Vergütung ein etabliertes Steuerungsinstrument ist, erhält ESG dadurch operative Relevanz."

Die Integration von ESG-Zielen in die Vergütungspolitik hat mehrere Dimensionen:

  • Intern stärkt sie die Verbindlichkeit strategischer Nachhaltigkeitsziele.
  • Extern signalisiert sie Investoren und Aufsichtsbehörden eine klare Priorisierung.
  • Für Mitarbeitende entsteht ein direkter Bezug zwischen persönlichem Engagement und Unternehmensstrategie.

Die Maßnahme ist auch im Kontext regulatorischer Entwicklungen zu sehen. Banken unterliegen zunehmend Berichtspflichten zu Nachhaltigkeitsthemen. ESG-Kriterien fließen in Risikobewertungen, Kreditvergaben und Refinanzierungskonditionen ein. Eine klare interne Verankerung kann daher auch wirtschaftliche Vorteile bringen.

Gleichzeitig bleibt die Frage, wie ambitioniert und überprüfbar die gesetzten Ziele sind. Die Wirkung eines ESG-Bonus hängt maßgeblich davon ab, ob die zugrunde liegenden Kriterien transparent und messbar formuliert werden.


Strategische Einordnung

Mit einem Bonusvolumen von bis zu 2,7 Millionen Euro setzt die Targobank ein deutliches Signal. Die Summe ist im Verhältnis zur Gesamtvergütung eines großen Instituts zwar begrenzt, sie markiert jedoch einen strukturellen Schritt.

Nachhaltigkeit wird damit von einem reputationsbezogenen Thema zu einem integralen Bestandteil der Vergütungsarchitektur. In einer Branche, in der variable Vergütung ein etabliertes Steuerungsinstrument ist, erhält ESG dadurch operative Relevanz.


Fazit

Die Targobank verbindet Nachhaltigkeitsziele mit finanziellen Anreizen für ihre Mitarbeitenden. Mit einem Bonusvolumen von bis zu 2,7 Millionen Euro wird ESG in die kollektive Vergütungspolitik integriert. Damit wird Nachhaltigkeit nicht nur strategisch formuliert, sondern auch wirtschaftlich hinterlegt.

Für die Bankenbranche zeigt sich erneut: ESG ist kein Randthema mehr, sondern Bestandteil von Steuerung, Vergütung und Wettbewerbsposition.

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