Welche Ziele formuliert die Ampel-Regierung in Bezug auf eine Rentenreform im Koalitionsvertrag

Blick über die Grenzen Rentensysteme anderer Länder

Das Rentensystem Deutschlands muss dringend reformiert werden. Bei der Frage, welcher Weg zukunftsweisend ist, herrscht Uneinigkeit. Ein Blick in andere Länder könnte den Politikern Anregungen bieten.

Ein Blick in die Statistiken wirkt ernüchternd. Beim Vergleich der Rentenversicherungssysteme belegt die Bundesrepublik einen Platz im Mittelfeld, während es unsere europäischen Nachbarn Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland in die Top Ten schaffen. So wie bisher geht es mit der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland nicht weiter. Allein wegen des demografischen Wandels und der niedrigen Zinsen muss die Altersvorsorge anders als bisher organisiert werden.

Welche Ziele formuliert die Ampel-Regierung in Bezug auf eine Rentenreform im Koalitionsvertrag?

  • Das Rentenniveau wird stabil gehalten.
  • Das System der gesetzlichen Rentenversicherung wird um eine teilweise Kapitaldeckung erweitert.
  • Die private Altersvorsorge soll grundlegend reformiert werden.   

Grundlegende Reform setzt fundiertes Finanzwissen und Erfahrung voraus

Setzt die neue Regierung die im Koalitionsvertrag formulierten Ziele um, wird es in absehbarer Zeit in Deutschland also keine grundlegende Reform des Rentensystems geben. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass eine Anhebung des Renteneintrittsalters ausdrücklich ausgeschlossen wurde, obwohl diese angesichts der weiter steigenden Lebenserwartung unvermeidlich sein wird. Nach Ansicht von Fachleuten fehlt es den in der Politik Agierenden am erforderlichen Wissen in Fragen der Finanzwirtschaft. In den skandinavischen Ländern ist man in dieser Hinsicht offensichtlich einen großen Schritt weiter. In Schweden beispielsweise sind Finanzprofis für die Anlage der eingezahlten Beiträge verantwortlich. Diese Fachleute sind in der Lage, auch in Krisenzeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen. 

'Das' nordische Modell der Altersvorsorge - ein Mythos

Wenn es um vorbildliche Rentensysteme geht, wird häufig das nordische Modell bemüht. Tatsache ist, dass es im Norden Europas mehrere Länder gibt, die bei der Altersvorsorge bessere Ergebnisse vorweisen. Bei genauerem Hinschauen zeigt sich, dass es zwischen den einzelnen Ländern deutliche Unterschiede gibt:

Schweden

Schwedischen Arbeitnehmern werden für die Altersvorsorge 2,5 Prozent vom Bruttolohn abgezogen. Dieses Geld fließt auf ein persönliches Sparkonto. Jeder entscheidet selbst, in welchen der 800 zur Auswahl stehenden Fonds investiert wird. Dieses zentral gesteuerte Pflichtsystem wurde 2001 eingeführt und gilt als sehr kosteneffizient.

In Dänemark haben die Bürger Anspruch auf eine Grundrente, die aus Steuermitteln finanziert wird."

Dänemark

In Dänemark haben die Bürger Anspruch auf eine Grundrente, die aus Steuermitteln finanziert wird. Zusätzlich gibt es ein gut ausgebautes System von Betriebsrenten.

Norwegen

In Norwegen hat jeder, der 40 Jahre Sozialversicherungsbeiträge entrichtet hat, Anspruch auf eine (steuerpflichtige) Rente von umgerechnet rund 1.600 Euro. Die Beiträge der Versicherten fließen seit 2006 in den norwegischen Staatsfonds.

Eines haben die verschiedenen Staaten gemeinsam: Mit steigender Lebenserwartung wird das Renteneintrittsalter angehoben.

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