Für jeden Anlegertyp das passende Wertpapier

Serie Finanzwissen: Praktische Geldanlage Risikoklassen als Grundlage einer effektiven Anlagestrategie

Um eine geeignete Anlagestrategie für Mandanten zu entwicklen sind Finanzdienstleister verpflichtet, vor Abschluss von Wertpapiergeschäften ein Risikoprofil des Mandanten zu erstellen. Entsprechend ihrer Risikobereitschaft werden dem Anleger Risikoklassen zugeordnet.

Wenn es um die Geldanlage geht, hat jeder Mensch seine eigenen Prioritäten. Für viele ist es entscheidend, dass das mühsam Ersparte sicher angelegt wird. Dafür nehmen die Sicherheitsbewussten in Kauf, dass sie sich mit einer relativ niedrigen Rendite begnügen müssen. Andere wünschen die Aussicht auf eine höhere Rendite, sodass sie bereit sind Risiken einzugehen und ggf. Verluste riskieren. Ein Anlageberater kann beim ersten Kundenkontakt nicht wissen, wie risikobereit sein Mandant ist, und hat im Rahmen seiner Beratungs- und Aufklärungspflichten Fragen zu stellen. Ziel ist eine auf die Person des Anlegers (anlegergerechte Beratung) sowie auf das Anlageobjekt (objektgerechte Beratung) ausgerichtete Anlageempfehlung auszusprechen zu können.

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Die Pflichten der Banken und Finanzberater

Das Wertpapierhandelsgesetz (Wphg) verpflichtet jeden Dienstleister, der Wertpapiergeschäfte vermittelt und abschließt, zum Schutze der Kunden zu einer umfassenden Beratung. Diese Beratung muss zum Anleger mit seiner individuellen Risikobereitschaft passend sein. Um in der konkreten Umsetzung geeignete Anlageobjekte zu finden wurden Anlageklassen definiert.

Um den Anleger einschätzen zu können, muss der Berater sich über folgende Punkte informieren:

  • Welche Anlageziele hat der Kunde?
  • Welche Erfahrungen und Kenntnisse mit Wertpapiergeschäften hat der Mandant bereits gesammelt?
  • Wie risikobereit ist er?

Darüber hinaus muss sich der Berater ein Bild von den Vermögensverhältnissen des Mandanten machen.

Um das Verfahren zu standardisieren, arbeiten die meisten Anlageberater mit dem sogenannten Wphg-Bogen. In diesem Bogen sind alle relevanten Fragen vorgegeben und der Mandant kann unter vereinheitlichten Antworten auswählen. Dieser Bogen dient als Nachweis, dass der Berater seinen Pflichten der z.B. Geeignetheitsprüfung sowie der Wohlverhaltens-Richtlinie nachgekommen ist. Wer ein individualisiertes Verfahren wünscht sollte das ganzheitliche Financial Planning® in Anspruch nehmen.

Die Einteilung der Anlagearten in Risikoklassen

Bei der Einteilung in Risikoklassen gibt es zwischen den einzelnen Institutionen Unterschiede. Einige arbeiten mit den Risikoklassen 1 bis 5, andere bezeichnen die Risikoklassen mit A - E.

  • Risikoklasse 1: sicherheitsorientierter Anleger, der kein Risiko eingehen will
  • Risikoklasse 2: konservativer Anleger, der nur ein Zinsrisiko eingehen will
  • Risikoklasse 3: ertragsorientierter Anleger, der Zins- oder Kursrisiko trägt
  • Risikoklasse 4: spekulativer Anleger, der Zins- und Kursrisiko trägt
  • Risikoklasse 5: sehr spekulativer Anleger, der auch einen Totalverlust riskiert

Für jeden Anlegertyp das passende Wertpapier

Falls Sie sich selbst als sicherheitsorientierte Anleger einschätzen, sollten Sie sich bei der Geldanlage auf einlagengesicherte Termingelder, Bausparverträge, Pfandbriefe oder Investments in europäische Geldmarktfonds beschränken.

Wenn es um die Geldanlage geht, hat jeder Mensch seine eigenen Prioritäten."

Für konservative Anleger sind festverzinsliche Wertpapiere, Anleihen mit guter Bonität, geldmarktnahe Fonds und Anteile an europäischen Rentenfonds empfehlenswert.

Wollen Sie eine gute Rendite erwirtschaften und das Risiko begrenzen, können Sie selbst Aktien kaufen oder Anteile an Aktien- und Rentenfonds erwerben. Spekulative Anleger nehmen zusätzlich Zertifikate und Währungsanleihen mit mittlerer Bonität ins Portfolio. 

Wer mit Futures, Optionen, Optionsscheinen und Nebenwerten spekuliert, kann viel gewinnen, riskiert aber möglicherweise alles.

Die Mischung machts

Bei der professionellen Asset Allocation werden die in Anlageklassen strukturierten Anlagemittel zielgerichtet in einem Portfolio-Mix aufgeteilt. So werden beispielsweise Aktien, Rentenwerte, liquide Mittel, Rohstoffe, Immobilien u.a. in verschiedene Länder und Währungen investiert. Ziel ist es eine für den Mandanten effektive Anlagestrategie zu entwickeln, die höhere Renditen verspricht und gleichzeitig Risiken reduziert. Diese unabhängige Art der Anlageberatung empfiehlt sich bei einem Certified Financial Planner CFP® in Anspruch nehmen.

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