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Finanzlexikon Sparplan: Marktbasierte Altersvorsorge

Langfristiger Vermögensaufbau am Kapitalmarkt

Kapitalmarktorientierte Altersvorsorge stützt sich auf die langfristige Entwicklung globaler Unternehmensgewinne. Der MSCI World wird häufig als Referenz verwendet. Er bildet große und mittlere Unternehmen aus Industrieländern ab und ist nach Marktkapitalisierung gewichtet. Daraus ergibt sich eine starke US-Dominanz sowie eine hohe Gewichtung großer Technologiewerte.

Historische Ertragsbasis

Seit 1970 erzielte der MSCI World nominal eine durchschnittliche Jahresrendite von rund 7 bis 9 Prozent, abhängig vom betrachteten Zeitraum und der Währung.

Nach Abzug der Inflation lag die reale Rendite langfristig meist im Bereich von 5 bis 7 Prozent pro Jahr.

Diese Werte sind keine Garantie, sondern historische Durchschnittswerte über mehrere Jahrzehnte.

Kurzfristig schwankt der Index erheblich.

In einzelnen Jahren traten Verluste von über 30 Prozent auf, ebenso starke Erholungsphasen.

Entscheidend für die Altersvorsorge ist daher der lange Anlagehorizont, nicht das einzelne Kalenderjahr.


Konkrete 30-Jahres-Simulation

Wer 200 Euro monatlich über 30 Jahre in einen breit gestreuten ETF auf den MSCI World investiert, zahlt insgesamt 72.000 Euro ein.

Unter der Annahme einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 7 Prozent – im historischen Rahmen des Index – ergibt sich ein Endvermögen von rund 235.000 Euro vor Kosten und Steuern.

Bei 6 Prozent durchschnittlicher Rendite läge das Ergebnis bei etwa 196.000 Euro.
Bei 5 Prozent wären es rund 164.000 Euro.

Die Differenz zwischen 5 und 7 Prozent beträgt damit rund 71.000 Euro. Zwei Prozentpunkte verändern das Ergebnis genauso stark, wie die gesamte Einzahlung.

Diese Zahlen verdeutlichen die Hebelwirkung langfristiger Durchschnittsrenditen. Gleichzeitig beruhen sie auf der Annahme gleichmäßiger Erträge. In der Realität verlaufen Kapitalmarktzyklen unregelmäßig. Phasen mit negativen Erträgen können mehrere Jahre andauern.


Realrendite und Kaufkraft

Marktbasierte Altersvorsorge ist keine Garantieform, sondern eine langfristige Beteiligungsstrategie mit historisch belegter, aber nicht garantierter Ertragsbasis."

Bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2 Prozent pro Jahr reduziert sich eine nominale Rendite von 7 Prozent auf eine reale Rendite von etwa 5 Prozent. In dieser Betrachtung würde das reale Endvermögen – inflationsbereinigt – bei rund 164.000 Euro liegen.

Die reale Betrachtung ist für Altersvorsorge entscheidend. Maßgeblich ist nicht die absolute Zahl, sondern die künftige Kaufkraft.


Kostenwirkung

ETF-Sparpläne auf den MSCI World weisen häufig laufende Kosten von 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr auf. Bei einer angenommenen Bruttorendite von 7 Prozent reduziert eine Kostenquote von 0,3 Prozent die Nettorendite auf 6,7 Prozent. Über 30 Jahre bedeutet diese Differenz bereits mehrere Tausend Euro weniger Endvermögen.

Steuern wirken zusätzlich auf Erträge. Die konkrete Belastung hängt von der Ausgestaltung und dem Steuersystem ab. Für die grundsätzliche Kapitalmarktlogik bleibt jedoch das Verhältnis zwischen langfristiger Bruttorendite und Kostenquote entscheidend.


Chancen und strukturelle Risiken

Marktbasierte Altersvorsorge bietet:

  • historisch hohe reale Durchschnittsrenditen
  • globale Streuung über hunderte Unternehmen
  • hohe Transparenz bei ETF-Umsetzung

Dem stehen gegenüber:

  • deutliche kurzfristige Schwankungen
  • Abhängigkeit von globaler Wirtschaftsentwicklung
  • psychologische Belastung in Krisenphasen

Die langfristige Überlegenheit des Modells zeigt sich nur bei ausreichender Laufzeit und konsequentem Investiertbleiben.


Fazit

Der MSCI World erzielte über mehrere Jahrzehnte nominal durchschnittlich rund 7 bis 9 Prozent pro Jahr. Über 30 Jahre kann ein monatlicher Sparplan von 200 Euro bei 7 Prozent Rendite zu einem Vermögen von rund 235.000 Euro führen – vor Kosten und Steuern. 

Die wirtschaftliche Stärke dieses Modells liegt in der langfristigen Ertragskraft globaler Unternehmen. Seine Herausforderung besteht in der Schwankungsintensität. Marktbasierte Altersvorsorge ist damit keine Garantieform, sondern eine langfristige Beteiligungsstrategie mit historisch belegter, aber nicht garantierter Ertragsbasis.

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