Aktive Fonds Strukturelle Gründe für die Unterperformance
Aktives Management kann in einzelnen Phasen Mehrwert liefern. Dauerhafte Überlegenheit gegenüber einem breit diversifizierten, kostengünstigen Index bleibt jedoch die Ausnahme.
Aktive Fondsmanager treten mit dem Anspruch an, ihren Vergleichsindex zu übertreffen. Einzelne Jahre mit deutlicher Outperformance sind möglich. Über längere Zeiträume zeigt sich jedoch ein stabiles Muster: Die Mehrheit aktiver Fonds bleibt hinter ihrem Referenzindex zurück. Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern strukturell erklärbar.
Die mathematische Ausgangslage
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Ein kapitalgewichteter Index wie der S&P 500 bildet die Marktrendite entsprechend der Börsenwerte seiner Bestandteile ab.
Vor Kosten entspricht die durchschnittliche Rendite aller aktiven Marktteilnehmer exakt dieser Marktrendite.
Aktive Fonds investieren im selben Markt.
In der Summe können sie vor Kosten nicht besser abschneiden als der Markt selbst.
Nach Kosten liegt die Durchschnittsrendite aktiver Strategien zwangsläufig darunter.
Dieser Zusammenhang ist mathematisch zwingend.
Damit ist der Ausgangspunkt klar: Aktives Management beginnt mit einem strukturellen Nachteil.
Kosten als dauerhafte Belastung
Aktive Fonds verursachen höhere laufende Kosten als passive Produkte. Managementgebühren, Research, Transaktionskosten und gegebenenfalls Performance Fees mindern die Bruttorendite.
Ein Unterschied von nur einem Prozentpunkt pro Jahr wirkt über lange Zeiträume erheblich. Über zehn oder zwanzig Jahre entsteht daraus ein spürbarer Abstand zum kostengünstigen Indexfonds.
Kosten sind damit kein Nebenaspekt, sondern einer der zentralen Treiber langfristiger Unterperformance.
Marktstruktur und Konzentrationseffekte
Die Unterperformance aktiver Fonds gegenüber kapitalgewichteten Indizes ist strukturell erklärbar. Vor Kosten entspricht die durchschnittliche aktive Rendite dem Markt. Nach Kosten liegt sie darunter. Marktstruktur, Konzentrationseffekte und Stilzyklen verstärken diesen Effekt zusätzlich."
Kapitalgewichtete Indizes werden häufig von wenigen Schwergewichten dominiert. In Phasen, in denen große Unternehmen stark steigen, profitieren Indexprodukte automatisch im vollen Umfang ihrer Gewichtung.
Aktive Manager untergewichten aus Risikogründen häufig einzelne sehr große Titel. Entwickeln sich genau diese Aktien besonders stark, entsteht eine strukturelle Lücke zur Benchmark.
Die Indexmechanik verstärkt bestehende Trends. Aktive Strategien müssen diese Konzentration entweder mitgehen oder bewusst dagegen positionieren – beides birgt Risiko.
Zyklische Stilfaktoren
Viele aktive Fonds verfolgen klar definierte Anlagestile, etwa Value, Growth oder Small Caps. Diese Stilrichtungen verlaufen zyklisch. Phasen relativer Schwäche können mehrere Jahre dauern.
Ein grundsätzlich tragfähiger Ansatz kann daher über längere Zeiträume hinter dem Index zurückbleiben, ohne dass operative Fehler vorliegen. Der Index selbst folgt keinem Stil, sondern bildet die jeweils dominante Marktstruktur ab.
Verhalten und Mittelbewegungen
Hinzu kommt das Anlegerverhalten. Mittelzuflüsse erfolgen häufig nach starken Performancephasen, Rückgaben in Schwächeperioden. Dadurch wird Kapital tendenziell prozyklisch investiert.
Diese Dynamik verschärft die Wirkung von Kosten und Fehlallokationen. Die realisierte Rendite vieler Anleger bleibt hinter der ohnehin reduzierten Fondsrendite zurück.
Zusammenführung der strukturellen Faktoren
Die langfristige Unterperformance vieler aktiver Fonds ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Elemente:
- mathematische Marktidentität vor Kosten
- dauerhafte Kostenbelastung
- Konzentrationsvorteile kapitalgewichteter Indizes
- Stilzyklen
- prozyklisches Anlegerverhalten
Keiner dieser Faktoren allein erklärt das Phänomen vollständig. In Kombination entfalten sie jedoch eine erhebliche Wirkung.
Fazit
Die Unterperformance aktiver Fonds gegenüber kapitalgewichteten Indizes ist strukturell erklärbar. Vor Kosten entspricht die durchschnittliche aktive Rendite dem Markt. Nach Kosten liegt sie darunter. Marktstruktur, Konzentrationseffekte und Stilzyklen verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Ich glaube, dass Menschen, die sich ihrer Ziele und Werte bewusst werden, sorgenfreier leben.












