Die 51-jährige Gina Miller wirbelte den Fahrplan für den Brexit durcheinander

Der Brexit ist wieder offen Transparenzfanatikerin Gina Miller

Die 51-jährige Gina Miller wirbelte den Fahrplan für den Brexit durcheinander. Als ursprünglich aus Guyana stammende Fondsmanagerin betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann neben einer Vermögensverwaltung verschiedene Initiativen für mehr Transparenz.

Der Brexit kam ins Stocken, als der High Court in London der Auffassung einer Klägergruppe folgte, die eine Zustimmung des Parlaments zu den geplanten Austrittsverhandlungen mit der EU als unverzichtbar ansieht. Allen voran steht Gina Miller für diese Bewegung, die das Vorgehen der Regierung von Premierministerin Theresa May als sehr riskant einschätzt.

Gina Miller - im Kampf für Transparenz

Ihr werden schon seit geraumer Zeit wenig schmeichelhafte Beinamen verliehen, darunter beispielsweise "Nestbeschmutzerin" aus dem elitären Kreis der Vermögensverwalter oder gar "schwarze Witwe" - Gina Miller ist mit Sicherheit eine streitbare Frau. Gemeinsam mit ihrem Mann engagiert sie sich für mehr Ehrlichkeit in der Finanzdienstleistungsbranche und hat dazu nicht nur die Initiative "True and Fair Campaign", sondern auch die Organisation "Miller Philanthropy" gegründet. Die eigene Branche ist naturgemäß alles andere als begeistert.

Nun kommt noch die "Rädelsführerin" hinzu, die eine Bewegung vor den High Court führt, um dort die geplante Vorgehensweise beim Brexit auf den Kopf zu stellen. Die Regierung um Theresa May hatte sich bislang auf den Standpunkt zurückgezogen, dass das Votum der Bevölkerung, so knapp es auch ausgefallen sein mag, als Basis für alle weiteren Schritte ausreichen würde - eine separate Abstimmung des Parlaments war deswegen nicht vorgesehen.

Brexit auf des Messers Schneide - Bestätigung des Urteils steht noch aus

Nun bleibt es abzuwarten, ob das Parlament sein Votum noch abzugeben hat. Der High Court sieht dies zumindest so und bestätigt Gina Miller in ihrer Meinung, dass der gesamte Brexit-Vorgang von der EU ansonsten durchaus als illegal eingestuft werden könnte. Dies ist umso schwieriger, als dass der bewusste Artikel 50 des EU-Vertrages mehr Fragen offenlässt als er beantwortet - selbst Verfassungsrechtler haben offensichtlich Probleme mit der Interpretation.

Gina Miller werden schon seit geraumer Zeit wenig schmeichelhafte Beinamen verliehen."

Ein weiterer und nicht von der Hand zu weisender Kritikpunkt ist der politische Totalausfall, mit dem die Briten für den Fall einer Brexit-Zustimmung geglänzt haben: Keiner hat wohl damit gerechnet, dass das Referendum so ausgehen könnte. Schon die fehlende Organisation und Unterstützung der Brexit-Gegner waren bemerkenswert, die Befürworter hatten hier deutlich größere Geschütze aufgefahren. Nun könnte das allerdings Makulatur werden, denn im Parlament überwiegt die Anzahl der Abgeordneten, die sich gegen einen Austritt aus der EU aussprechen. Für diesen Fall sieht Gina Miller einen enormen Reformbedarf in der Union, sie wird sicher auch dieses Ansinnen engagiert verfolgen.

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