Angst ist kein Thema an US-Börsen

Kann das gut gehen? Wallstreet steigt und steigt ...

Mag US-Präsident Donald Trump die Erfüllung seiner Wahlversprechen schuldig bleiben, die Welt (Stichwort Nordkorea) unsicherer geworden sein und die US-Konjunktur eher ein gemischtes Bild bieten - die Wallstreet kümmert das augenscheinlich nicht. Die Kurse steigen unverdrossen weiter und brechen einen Rekord nach dem anderen. Blase oder Wachstum mit Substanz?

Binnen Jahresfrist ist der S&P 500, einer der wichtigsten amerikanischen Aktien-Indizes um 18 Prozent gestiegen, auf Fünf-Jahres-Sicht sind es sogar mehr als 75 Prozent. Und ein Ende der Kursrallye ist scheinbar nicht in Sicht. Derzeit scheint nichts den Optimismus der Börsenakteure bremsen zu können. Dabei sind die Aktien schon hoch bewertet.

Angst ist kein Thema an US-Börsen

Wie gut die Stimmung ist, zeigt der Volatilitätsindex Vix. Er misst die Schwankungsintensität der Börsenwerte. Je größer die gemessenen Kursausschläge, umso größer das Risiko - ein Grund, warum der Vix auch als Angstindex bezeichnet wird. Ein steigender Vix bedeutet mehr Angst. Geht man danach, ist Angst an den US-Börsen derzeit ein Fremdwort. Vor Tagen erreichte das Volatilitätsbarometer einen Tiefststand. Zuvor war er nochmals drastisch um 9,1 Prozent abgesunken. 

Beflügelt werden die Börsen durch die anstehenden Unternehmensberichte für das dritte Quartal. Hier erwartet man deutlich bessere Ergebnisse als ursprünglich prognostiziert. Und da die Börse immer von der Hoffnung auf steigende Gewinne lebt, könnte die Kursrallye erst einmal weitergehen - vorausgesetzt, es kommt nicht zu negativen Überraschungen. Die sind aktuell wenig wahrscheinlich, denn bei den Prognosen in der ersten Jahreshälfte wurde wohl vielfach "tiefgestapelt". Analysten rechnen im Schnitt mit 4,2 Prozent mehr Gewinn im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal.

Voraussichtliche Gewinner und Verlierer

Überdurchschnittlich performen bei Gewinnen dürften: 

  • Energiekonzerne (+109 Prozent),
  • Technologiewerte (+9 Prozent),
  • Immobilienaktien (+7 Prozent). 

Bei den Energiekonzernen werden sich die gestiegenen Ölpreise positiv bemerkbar machen. Außerdem standen sie zuletzt besonders schwach da. Es gibt daher Aufholpotenzial - aber eher ein Einmaleffekt.

Es gibt Experten, denen die hohen Kurse Sorgen bereiten."

Technologiewerte sind dagegen ein nachhaltigerer "Renner". Hier sind die Kurse bereits überdurchschnittlich gestiegen. Das könnte so weitergehen. Schwächer werden dagegen Konsumwerte erwartet, weil sie konjunkturabhängig sind. Hier wird mit Gewinnrückgängen gerechnet, was sich auch in den Kursen niederschlagen dürfte. Betroffen ist u. a. auch die US-Automobilindustrie.

Gefahr eines Crashs?

Ob es wirklich so kommt wie gedacht, werden die nächsten Wochen zeigen. Es gibt Experten, denen die hohen Kurse Sorgen bereiten. Einer von ihnen ist der Nobelpreisträger Robert Shiller, der erst kürzlich vor einem drohenden Bärenmarkt in den USA warnte. Eine von ihm entwickelte Kennzahl - das "Shiller KGV" - zeigt typische Werte wie kurz vor früheren Crashs. Es bleibt spannend.

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