Rechenprogramme verdrängen immer mehr Entscheider

Riesterverträge neu organisiert Anlageentscheidungen per Computer

Bei Riester-Fondssparplänen ist die Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, Marktführer. Der UniProfiRente ist das meistverkaufte Produkt, wenn es um Riesterverträge in Verbindung mit Fonds geht.

Das Vorsorge-Produkt kombiniert dabei die Anlage in Aktienfonds und Rentenfonds. Jetzt überrascht das Unternehmen mit einem neuen Konzept. Die Riesterverträge sollen dabei künftig maßgeblich vom Computer gemanagt werden. Die Gesellschaft erhofft sich davon eine bessere Performance. Die rund 1,8 Millionen Riester-Fondssparer des Unternehmens erhielten in den letzten Tagen Post, in denen sie über die geplante Umstellung informiert wurden.

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Riesterverträge: bisheriges Konzept hat enttäuscht 

Wenn die Sparer nicht widersprechen, erfolgt die Aktienanlage der UniProfiRente ab 1. August automatisch im neuen computergesteuerten Aktienfonds UniGlobal Vorsorge.

Bestände im Aktienfonds UniGlobal werden dann entsprechend verschoben.  Um diese geschäftspolitische Wende zu verstehen, ist ein Blick zurück notwendig. Die Sparbeiträge wurden bis dato im Aktienfonds UniGlobal und im Rentenfonds UniEuroRente angelegt. Wenn die Börse boomte, lag der Anlageschwerpunkt bei Aktien, in schwachen Phasen bei Anleihen. Damit sollte sichergestellt werden, dass die Anleger auf eine relativ sichere Wertentwicklung hoffen konnten. Doch das Konzept ging nicht auf.

Als in der Finanzkrise die Aktienkurse zunächst fielen, wurde das Portfolio zu Lasten der Aktien und zugunsten der Renten umgeschichtet. Die Umschichtung führte dazu, dass der günstigste Zeitpunkt für den Wiedereinstieg an der Börse später verpasst wurde. Die UniProfiRente geriet dadurch in die Kritik. 

Computer soll Trends erkennen 

Künftig wird es solche gravierenden Umschichtungen nicht mehr geben. Beim neuen Aktienfonds UniGlobal Vorsorge wird der Aktienbestand in Schwächephasen auf maximal 51 Prozent des Fondsvermögens reduziert, der Rest wird als Barreserve gehalten. Dadurch sinkt bei fallenden Kursen der Wert der Fondsanteile nicht so stark wie der Gesamtmarkt, in Aufwärtsphasen will man dagegen über Hebelungen besonders profitieren. 

Der Einfluss der Computer wird immer beängstigender.

Der Computer soll dafür sorgen, dass das funktioniert. Über ausgeklügelte mathematisch-statistische Modelle sollen die günstigsten Ein- und Ausstiegszeitpunkte identifiziert werden. Das setzt voraus, dass Kurstrends richtig erkannt werden. Ziel ist es dann, dem Trend zu folgen. Der Computer trifft damit de facto die Anlageentscheidungen. Die komplexen Berechnungen sind für Laien kaum nachvollziehbar, die Transparenz steigert das nicht unbedingt.

Ein nicht widerlegter Verdacht

Solche Trendfolge-Fonds sind nicht neu. Sie haben in der Vergangenheit keineswegs immer performt. Ein Problem waren vor allem Kursphasen ohne eindeutigen Trend. Das neue Konzept der Riesterverträge muss daher erst noch überzeugen.

Das ist auch notwendig, um den Verdacht zu entkräften, die Union Investment wolle Riester-Sparer damit länger in Aktienfonds halten, weil sie damit mehr verdient.

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