Mischfonds versprechen Ausgleich

Morningstar-Studie Bei Mischfonds sind geringe Kosten wichtig

Im Multi-Asset-Markt entscheidet oft weniger die Managerkunst als die Gebührenlast.

Mischfonds versprechen Ausgleich. Aktien sollen Wachstum liefern, Anleihen Stabilität, dazu kommen je nach Konzept weitere Bausteine wie Gold, Liquidität oder alternative Anlagen. Gerade deshalb wirken sie für viele Anleger attraktiv. Sie bieten auf den ersten Blick ein fertiges Portfolio in einem Produkt. Die neue Morningstar-Analyse zum britischen und europäischen Multi-Asset-Markt zeigt jedoch ein ernüchterndes Bild: Der einfachste und verlässlichste Weg zu besseren Ergebnissen liegt nicht in spektakulären Allokationsideen, sondern in niedrigen laufenden Kosten.

Mischfonds bleiben ein schwieriges Feld

Morningstar beschreibt den Multi-Asset-Markt als Bereich, in dem viele Fonds ihre Benchmarks nach Kosten weiterhin nur schwer schlagen.

Laut den zusammengefassten Ergebnissen der 2026 veröffentlichten Auswertung blieb in den betrachteten Gruppen nur ein Segment über ein, drei, fünf und zehn Jahre durchgehend über Benchmark, während viele andere Kategorien weiter hinter ihren Vergleichsmaßstäben zurückblieben.

Besonders in den risikoreicheren Mischfondsgruppen war die Underperformance ausgeprägt.

Das ist deshalb bemerkenswert, weil Mischfonds oft gerade mit aktiver Steuerung werben.

Anleger zahlen also nicht nur für die Verpackung eines gemischten Portfolios, sondern auch für die laufende Auswahl und Gewichtung der Bausteine.

Morningstar legt nun nahe, dass genau dieser Mehrwert häufig nicht stark genug ausfällt, um die Gebührenbelastung zuverlässig zu überkompensieren.

Kosten wirken stärker als viele Stilfragen

Die eigentliche Kernbotschaft der Studie liegt im Gebühreneffekt. Morningstar kommt zu dem Ergebnis, dass die günstigsten Produkte im Multi-Asset-Bereich ihre teureren Konkurrenten nicht nur bei den Mittelzuflüssen klar hinter sich lassen, sondern auch bei der langfristigen Erfolgswahrscheinlichkeit im Vorteil sind. Der billigste Gebührenbereich, also das günstigste Quintil, dominiert laut Morningstar in Großbritannien und Europa die Zuflüsse und schneidet tendenziell besser ab als die teureren Gruppen.

Das ist ein wichtiger Punkt, weil Mischfonds oft komplex erklärt werden. Asset Allocation, taktische Steuerung, Risikobudget, Korrelationen und Timing klingen anspruchsvoll. Morningstar zeigt jedoch, dass für viele Anleger am Ende eine einfachere Größe entscheidend ist: Was kostet das Produkt Jahr für Jahr? Gerade in einem Segment, in dem die Renditeunterschiede zwischen den Fonds nicht unbegrenzt groß sind, wirken Gebühren wie ein dauerhafter Gegenwind.

Die Aussage lässt sich auf wenige Punkte verdichten:

  • Günstige Mischfonds ziehen mehr Kapital an.
  • Günstige Produkte haben bessere Chancen, teurere Wettbewerber zu übertreffen.
  • Hohe Gebühren werden im Multi-Asset-Bereich besonders schwer verdient.

Großbritannien ist preisbewusster als Europa

Im Mischfondsmarkt ist der einfachste Erfolgsfaktor oft der stärkste. Geringe Kosten erhöhen nicht nur die Attraktivität für Anleger, sondern verbessern auch die Chancen im Wettbewerb mit teureren Produkten. Spektakuläre Allokationsentscheidungen oder besondere Managerprofile verlieren an Überzeugungskraft, wenn die Gebührenlast den möglichen Mehrwert wieder auffrisst."

Auffällig ist auch der regionale Unterschied. Morningstar zufolge reagieren britische Anleger deutlich kostensensibler als europäische Anleger. Nahezu 40 Prozent der britischen Multi-Asset-Vermögen liegen laut den ausgewerteten Daten bereits im günstigsten Kostenquintil. Europa holt zwar auf, bleibt aber noch hinter diesem Niveau zurück. Das spricht dafür, dass Preiswettbewerb und Kostentransparenz in Großbritannien schon stärker im Anlegerverhalten angekommen sind als auf dem Kontinent.

Zugleich deutet Morningstar an, dass Regulierung und Vertriebsstrukturen dabei eine Rolle spielen. Schon in früheren Morningstar-Auswertungen wurde darauf hingewiesen, dass der britische Markt im Multi-Asset-Bereich stärker unter Preis- und Strukturwettbewerb steht, während Europa in vielen Teilen noch stärker von aktiven, teureren Strukturen geprägt ist.

Der Markt belohnt keine Komplexität um ihrer selbst willen

Die Studie ist kein pauschales Urteil gegen aktives Management. Sie sagt nicht, dass aktive Mischfonds grundsätzlich keinen Wert haben. Sie zeigt aber, wie hoch die Hürde ist. Ein Fondsmanager muss nicht nur eine gute Vermögensmischung finden, sondern auch so gut sein, dass nach Kosten noch ein spürbarer Mehrwert übrig bleibt. Genau das gelingt offenkundig nur begrenzt.

Für Fondsanbieter ist das ein klares Signal. Wer Mischfonds anbietet, kann sich immer schwerer darauf verlassen, dass Komplexität und Storytelling allein genügen. Der Markt scheint zunehmend Produkte zu belohnen, die ein vernünftiges Risikokonzept mit niedrigen Gebühren verbinden. Das erhöht den Druck auf teurere aktive Strategien spürbar.

Fazit

Die Morningstar-Analyse macht vor allem eines deutlich: Im Mischfondsmarkt ist der einfachste Erfolgsfaktor oft der stärkste. Geringe Kosten erhöhen nicht nur die Attraktivität für Anleger, sondern verbessern auch die Chancen im Wettbewerb mit teureren Produkten. Spektakuläre Allokationsentscheidungen oder besondere Managerprofile verlieren an Überzeugungskraft, wenn die Gebührenlast den möglichen Mehrwert wieder auffrisst.

Für Anleger ist die Botschaft damit überraschend klar. Wer Mischfonds beurteilt, sollte nicht zuerst nach der schönsten Strategieerzählung suchen, sondern nach der Kostenstruktur. Gerade in einem Markt, der das Gleichgewicht zwischen Wachstum und Stabilität verspricht, entscheidet oft die schlichteste Kennzahl über den langfristigen Unterschied.

Kontakt zu mir

Hallo!
Schön, dass Sie mich kennenlernen möchten.