Das individuelle Risikoprofil wird durch eine Reihe an Faktoren beeinflusst

Serie Finanzwissen: Finanzwissen Investmentfonds Das Risikoprofil

Der Begriff "Risikoprofil" wird in zweierlei Hinsicht verwendet. Zum einen dient er der Klassifizierung der Risikoneigung von Anlegern als Basis für Anlageempfehlungen, zum anderen bezeichnet er die Einstufung von Investmentfonds (ggf. auch anderen Produkten) in Risikoklassen, wie sie unter anderem in den "Wesentlichen Anlegerinformationen" anzugeben sind. Auf beides wird im Folgenden eingegangen.

Anlegerbezogen bedeutet Risikoprofil die Einstufung der persönlichen Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit des Anlegers. Sie wird üblicherweise durch den Anlageberater im Rahmen des Beratungsgesprächs vorgenommen. Auch beim sogenannten Robo-Advising - der automatisierten Anlageberatung - findet eine solche Risikoprofilierung nach vorgegebenen Regeln statt. Sie ist notwendig, um passgenaue Anlageempfehlungen entwickeln zu können.

Risikoprofile sind nicht statisch 

Das individuelle Risikoprofil wird durch eine Reihe an Faktoren beeinflusst. Dazu zählen neben der persönlichen Risikoneigung die Anlageziele, der Anlagehorizont, die jeweilige Lebenssituation und die Vermögenslage.

Risikoprofile sind nicht statisch. Grundlegende Lebensereignisse wie Partnerschaft, Familiengründung, Scheidung, Krankheit oder Ruhestand können das Risikoprofil nachhaltig verändern.

Es empfiehlt sich daher, das aktuelle Risikoprofil nicht nur bei Neuanlagen zu beachten. Auch Anlagen im Bestand sollten regelmäßig überprüft werden, ob sie noch dem geltenden Risikoprofil entsprechen. 

Grundsätzlich können grob drei unterschiedliche Anlegertypen unterschieden werden: 

1. der konservative Anleger 

Für den konservativen Anleger besitzt die Sicherheit (= Kapitalerhalt) die oberste Priorität. Daher setzt er vor allem auf verzinsliche Anlagen sowie Papiere und Fonds mit geringen Kursschwankungen. Die Erzielung garantierter Erträge ist wichtiger als eine möglichst hohe Rendite. 

2. der risikobewusste Anleger 

Der risikobewusste Anleger möchte ein ausgewogenes Verhältnis von Rendite und Risiko. Für ein besseres Ergebnis ist er in gewissen Grenzen bereit, auch ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Investmentfonds sind mit ihrem Prinzip der Risikostreuung besonders auf diesen Anlegertypus zugeschnitten

3. der spekulative Anleger 

Der spekulative Anleger ist bereit, für zusätzliche Gewinnchancen auch ein hohes Risiko - bis hin zum Totalverlust - einzugehen. Solche "Spekulanten" setzen zum Beispiel gerne auf Derivate und andere Produkte mit Hebeleffekt. 

Die Risikoklassifizierung ist ein guter Indikator."

Risikoklassifizierung von Investmentfonds 

Auch für Anlageprodukte lassen sich Risikoprofile darstellen. Sie klassifizieren das Risiko in Abhängigkeit von der möglichen Schwankungsbreite der Wertentwicklung. Für Investmentfonds ist ein verbindliche Risikoklassifizierung im Rahmen der "Wesentlichen Anlegerinfomationen" vorgeschrieben. Bei anderen Produkten besteht eine solche Vorgabe nicht. Das Risikoprofil bei Fonds wird nach mathematisch-statistischen Verfahren aufgrund der Schwankungen des Anteilswerts innerhalb der letzten fünf Jahre berechnet und in insgesamt sieben Risikoklassen eingeteilt. Die Risikoklasse 1 entspricht dabei dem geringsten Risiko, Risikoklasse 7 steht für spekulativ ausgerichtete Fonds. Die Risikoklassifizierung ist ein guter Indikator für die Risikoeinstufung eines Fonds, allerdings eine rein vergangenheitsorientierte Betrachtung.

 

 

Die vom Autor als Basis für diesen Artikel verwendeten Informationen sind vom Rechteinhaber des Grundlagenwissen: Investmentfonds und die Risiken, der fundsware GmbH, zur Verfügung gestellt worden.

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