Informationsquellen Finanzrat von Familie und Freunden wichtig
Neue Wege bei Finanzentscheidungen.
Beim Sparen, Vorsorgen oder Investieren verlassen sich viele Menschen heute weniger auf klassische Beratung durch Banken. Stattdessen gewinnen persönliche Netzwerke und digitale Informationsquellen an Bedeutung. Eine aktuelle Umfrage der Norisbank zeigt, dass sich das Verhalten vieler Verbraucher in Finanzfragen deutlich verändert hat. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, keine Beratung durch ihre Bank zu benötigen. 55,8 Prozent der gut 1.000 Teilnehmer erklärten im Februar 2026, dass sie ihre finanziellen Entscheidungen eigenständig treffen. Damit bewegt sich dieser Wert nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. 2024 lag der Anteil noch deutlich niedriger.
Dennoch bleibt der Wunsch nach professioneller Unterstützung bestehen. Rund 28 Prozent der Befragten geben an, weiterhin Beratung durch ihre Bank in Anspruch nehmen zu wollen. Dieser Anteil ist jedoch in den vergangenen Jahren leicht gesunken.
Beratung vor allem bei langfristigen Finanzfragen
box
Wenn Verbraucher professionelle Beratung suchen, betrifft dies vor allem komplexere finanzielle Entscheidungen. Besonders häufig wünschen sich Menschen Unterstützung bei der Altersvorsorge oder bei Fragen zur Geldanlage.
Typische Bereiche für professionelle Beratung sind:
- Altersvorsorge und langfristige Vermögensplanung
- kurzfristige Geldanlage und Anlageentscheidungen
- Strukturierung größerer Vermögenswerte
Deutlich geringer ist der Beratungsbedarf bei Kreditfragen. Nur ein kleiner Teil der Befragten sucht in diesem Bereich aktiv Unterstützung.
Diese Entwicklung zeigt, dass viele Verbraucher in alltäglichen Finanzfragen zunehmend selbstständig handeln, während sie bei langfristigen Entscheidungen weiterhin auf Expertenwissen zurückgreifen.
Familie und Freunde als wichtige Ratgeber
Neben dem eigenen Wissen spielt das persönliche Umfeld eine wichtige Rolle bei finanziellen Entscheidungen. Besonders jüngere Menschen tauschen sich häufig mit Familie oder Freunden über Geldfragen aus.
Die Umfrage zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen:
- Bei den 18- bis 29-Jährigen holen sich 40,5 Prozent Rat im privaten Umfeld.
- Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 32,7 Prozent.
- Ab einem Alter von 40 Jahren sinkt dieser Anteil auf rund ein Viertel.
- Bei den über 50-Jährigen liegt der Wert bei gut 20 Prozent.
Diese Zahlen zeigen, dass gerade jüngere Generationen Finanzentscheidungen stärker im sozialen Umfeld diskutieren. Gespräche mit Freunden oder Familienmitgliedern ersetzen dabei teilweise die klassische Beratung.
Gleichzeitig trauen sich viele Menschen zu, ihre finanziellen Entscheidungen eigenständig zu treffen. Rund ein Drittel der Befragten hält die eigene Kompetenz in Geldfragen für ausreichend.
Digitale Informationsquellen gewinnen an Bedeutung
Persönliche Gespräche im Familien- und Freundeskreis sowie digitale Informationsquellen spielen dabei eine wichtige Rolle. Klassische Bankberatung bleibt vor allem bei komplexeren Finanzfragen relevant, verliert jedoch im Alltag an Bedeutung."
Neben persönlichen Kontakten spielen digitale Informationsangebote eine immer größere Rolle. Viele Verbraucher informieren sich gezielt online, bevor sie finanzielle Entscheidungen treffen.
Häufig genutzte Informationsquellen sind:
- Webseiten von Banken und Finanzinstituten
- Marktberichte, Analysen und Webinare
- digitale Informationsangebote von Finanzportalen
Besonders intensiv nutzen junge Menschen diese Möglichkeiten. In der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren greift rund ein Drittel direkt auf Online-Informationen von Banken zurück. Gleichzeitig nutzt etwa ein weiteres Drittel eine Mischung aus verschiedenen digitalen Analyse- und Informationsquellen.
Erstaunlich gering ist dagegen das Vertrauen in Finanzempfehlungen von Influencern oder sozialen Medien. Nur ein kleiner Teil der Befragten gibt an, sich bei Finanzfragen auf solche Quellen zu verlassen.
Fazit
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen einen deutlichen Wandel im Umgang mit Finanzinformationen. Viele Menschen entscheiden heute eigenständiger über Sparen, Investieren und Vorsorge als noch vor einigen Jahren.
Persönliche Gespräche im Familien- und Freundeskreis sowie digitale Informationsquellen spielen dabei eine wichtige Rolle. Klassische Bankberatung bleibt vor allem bei komplexeren Finanzfragen relevant, verliert jedoch im Alltag an Bedeutung.
Für Banken und Finanzdienstleister bedeutet diese Entwicklung, dass Beratung künftig stärker auf individuelle Situationen und komplexe Entscheidungen ausgerichtet sein muss. Gleichzeitig wächst die Bedeutung verständlicher digitaler Informationsangebote, die Verbraucher bei ihren eigenen Finanzentscheidungen unterstützen.
Freiräume schaffen für ein gutes Leben.












