High-Yield bleibt ein Segment mit Bewegung, doch gerade diese Bewegung schafft attraktive Einstiegsrenditen

Berenberg erweitert das Angebot Hochzinsanleihen der Industrie

Die Fokussierung auf Industrieunternehmen verbindet Renditechancen mit einer strukturell robusten Emittentenbasis.

High-Yield-Anleihen gewinnen im europäischen Markt an Bedeutung. Die Hamburger Privatbank Berenberg setzt daran an und startet einen Fonds, der gezielt in Industrieunternehmen mit schwächeren Bonitätsnoten investiert. Der Schritt folgt einer Entwicklung, die sich seit mehreren Quartalen zeigt: Unternehmen außerhalb des klassischen Investment-Grade-Spektrums bieten spürbar höhere Renditen, jedoch verbunden mit einer volatileren Kursstruktur. Der neue Fonds ordnet sich genau in diese Marktphase ein.

Die Portfoliomanager betrachten das High-Yield-Segment nicht als taktisches Mittel, sondern als ergänzende Ertragsquelle in einem Marktumfeld, in dem klassische Staatsanleihen zwar wieder Zinsen liefern, aber weniger dynamisch wirken. Entscheidend ist die Einschätzung, dass viele Industrieunternehmen zwar formal niedrigere Ratings besitzen, operativ jedoch robuste Geschäftsmodelle aufweisen. Der Fonds setzt damit auf ein Segment, in dem Risiko und Risikoaufschlag oft auseinanderfallen.

Industrielles High-Yield – ein Markt mit eigener Struktur

Industrieanleihen bilden im Hochzinsbereich einen stabileren Kern, weil viele Emittenten über diversifizierte Umsatzquellen verfügen.

Zyklische Schwankungen sind zwar spürbar, doch die Grundstruktur zahlreicher Geschäftsmodelle bleibt tragfähig.

High-Yield im Industriesektor folgt daher einer eigenen Logik, die nicht primär auf Wachstum, sondern auf Beständigkeit basiert.

Wichtige Merkmale:

  • Unternehmen besitzen oft etablierte Produktionsprozesse und planbare Cashflows.
  • Die Anleihenstruktur reflektiert eher Finanzierungsentscheidungen als fundamentale Schwäche.
  • Risikoaufschläge entstehen häufig durch Ratingmethodik, nicht durch operative Instabilität.

Diese Konstellation macht industrielle High-Yield-Emittenten interessant für Fonds, die Ertragschancen mit pragmatischer Risikosteuerung verbinden möchten.

Rendite gegen Schwankung – die Kernbeziehung des Segments

High-Yield-Anleihen bieten höhere Zinsen, weil Anleger Ausfallrisiken abgelten müssen. Gleichzeitig reagieren diese Papiere stärker auf Marktstimmungen. Die Portfoliomanager sehen in dieser Dynamik jedoch kein Hindernis, sondern eine bewusste Entscheidung: Schwankungen gehören zum Charakter des Segments und lassen sich durch strikte Auswahlprozesse steuern.

Der Fonds stützt sich dabei auf:

  • detaillierte Bilanzanalysen
  • sektorale Diversifikation
  • Begrenzung einzelner Ausfallrisiken
  • Bewertung von Refinanzierungszyklen

Die Manager betonen, dass Ausfälle in gut aufgebauten Portfolios weniger durch Häufigkeit als durch Gewichtung wirken. Kleine, breit verteilte Risiken sind tragfähig, wenn die Ertragskomponente konstant bleibt.

Zinsen als Rückenwind

Die Fokussierung auf Industrieunternehmen verbindet Renditechancen mit einer strukturell robusten Emittentenbasis. High-Yield bleibt ein Segment mit Bewegung, doch gerade diese Bewegung schafft attraktive Einstiegsrenditen."

Steigende Refinanzierungskosten führen dazu, dass Emittenten höhere Kupons anbieten müssen. Dieser Mechanismus schafft ein Umfeld, in dem Käufer neuer Anleihen besser vergütet werden. Gerade Industrieunternehmen reagieren darauf oft mit strukturellen Anpassungen – etwa der Optimierung ihrer Finanzierungsarchitektur.

Für den Fonds ergibt sich daraus ein attraktives Einstiegsumfeld: Renditen liegen spürbar über jenen klassischer Unternehmens- oder Staatsanleihen, während die Unternehmensbasis breit bleibt. Die Kombination aus höheren Kupons und stabilen Geschäftsmodellen bildet den Kern der Strategie.

Positionierung im Marktumfeld

Der Fonds richtet sich an Anleger, die Erträge nicht primär über Kursbewegungen, sondern über laufende Ausschüttungen generieren möchten. High-Yield wird hier nicht als riskanter Randbereich verstanden, sondern als Ergänzung in einem diversifizierten Portfolio.

Die Positionierung folgt drei Linien:

  • Ertragsstärke über Kupons
  • Stabilität durch Fokus auf Industrieunternehmen
  • Risikosteuerung durch breite Auswahl und begrenzte Emittentenkonzentration

Diese Kombination soll das Segment nutzbar machen, ohne seine Schwankungsanfälligkeit zu unterschätzen.

Fazit

Berenberg setzt mit dem neuen Hochzinsfonds einen klaren Akzent im Anleihenmarkt. Die Fokussierung auf Industrieunternehmen verbindet Renditechancen mit einer strukturell robusten Emittentenbasis. High-Yield bleibt ein Segment mit Bewegung, doch gerade diese Bewegung schafft attraktive Einstiegsrenditen.

Der Fonds fügt sich in eine Marktphase ein, in der Erträge neu bewertet werden – und in der risikoangepasste Strategien stärker an Bedeutung gewinnen.

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