Nachhaltigkeit bleibt ein relevanter Bestandteil vieler Anlagestrategien

Morningstar Hohe Abflüsse aus Nachhaltigkeitsfonds

Trendwende bei ESG-Produkten deutlich sichtbar.

Die Phase, in der Fonds allein durch die drei Buchstaben E, S und G hohe Mittelzuflüsse verzeichneten, scheint beendet. Eine aktuelle Auswertung von Morningstar zeigt, wie stark sich die Stimmung am Markt für Nachhaltigkeitsfonds gedreht hat. Im vergangenen Jahr zogen Anleger weltweit netto rund 84 Milliarden US-Dollar aus Nachhaltigkeitsfonds und ESG-ETFs ab. Grundlage ist der aktuelle „Global Sustainable Fund Review“ des Analysehauses. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 hatten nachhaltige Fonds noch Nettozuflüsse von rund 38 Milliarden US-Dollar verbuchen können. Der Umschwung fiel damit deutlich aus.


Deutliche Abflüsse im Schlussquartal

Allein im vierten Quartal 2025 summierten sich die Nettoabflüsse auf 27 Milliarden US-Dollar. Das deutet darauf hin, dass die Zurückhaltung der Investoren nicht nur ein kurzfristiges Phänomen war, sondern sich über das Jahr hinweg verstärkte.

Gleichzeitig stieg das verwaltete Vermögen nachhaltiger Fonds im selben Quartal weltweit um rund vier Prozent auf 3,9 Billionen US-Dollar. Dieser Anstieg ist jedoch nicht auf neue Anlegergelder zurückzuführen, sondern auf Kurssteigerungen an den Aktienmärkten.

Das bedeutet: Trotz erheblicher Kapitalabzüge erhöhte sich das Gesamtvolumen durch Marktgewinne. Die Entwicklung verdeutlicht den Unterschied zwischen Mittelzuflüssen und Performanceeffekten.


Wachstum seit 2018 – trotz jüngster Trendwende

Langfristig betrachtet bleibt das Wachstum beachtlich. Seit Ende 2018 hat sich das weltweite Vermögen nachhaltiger Fonds mehr als versechsfacht. Der starke Anstieg in den Jahren 2019 bis 2021 war vor allem von hohen Mittelzuflüssen und einer breiten ESG-Euphorie getragen.

Die jüngsten Zahlen zeigen jedoch, dass sich der Markt normalisiert hat. Nachhaltigkeit allein reicht offenbar nicht mehr aus, um Kapital anzuziehen. Investoren achten wieder stärker auf klassische Kriterien wie Kosten, Performance und Anlagestrategie.


Kaum neue Produkte

Nachhaltigkeit bleibt ein relevanter Bestandteil vieler Anlagestrategien. Der Markt scheint jedoch in eine Phase eingetreten zu sein, in der ESG nicht mehr als alleiniger Verkaufsfaktor genügt. Anleger richten ihren Blick wieder stärker auf Performance, Kostenstruktur und strategische Ausrichtung der Fonds."

Ein weiterer Indikator für die veränderte Marktdynamik ist die Produktentwicklung. Laut Morningstar wurden im vierten Quartal weltweit nur 40 neue Nachhaltigkeitsfonds aufgelegt. In früheren Jahren lag diese Zahl deutlich höher.

Die geringe Zahl an Neuauflagen deutet darauf hin, dass Fondsgesellschaften vorsichtiger agieren. Der Wettbewerb um Anlegergelder ist intensiver geworden, und ESG ist kein automatischer Vertriebsvorteil mehr.


Mögliche Ursachen der Entwicklung

Mehrere Faktoren könnten zur Trendwende beigetragen haben:

  • Schwächere relative Performance mancher ESG-Strategien
  • Politische Diskussionen über ESG-Kriterien, insbesondere in den USA
  • Zinsanstieg und stärkere Attraktivität alternativer Anlageformen
  • Sättigung des Marktes nach starkem Wachstum

Zudem sind regulatorische Anforderungen an Nachhaltigkeitsklassifizierungen gestiegen. Strengere Offenlegungspflichten können das Angebot reduzieren oder die Vermarktung erschweren.


Fazit

Die aktuellen Zahlen von Morningstar zeigen eine klare Trendwende. Nachhaltigkeitsfonds verzeichneten 2025 weltweit Nettoabflüsse von 84 Milliarden US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch Zuflüsse erzielt worden waren. Trotz dieser Abzüge stieg das verwaltete Vermögen durch Kursgewinne auf 3,9 Billionen US-Dollar.

Nachhaltigkeit bleibt ein relevanter Bestandteil vieler Anlagestrategien. Der Markt scheint jedoch in eine Phase eingetreten zu sein, in der ESG nicht mehr als alleiniger Verkaufsfaktor genügt. Anleger richten ihren Blick wieder stärker auf Performance, Kostenstruktur und strategische Ausrichtung der Fonds.

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