Das Kreditkartengeschäft ist für die Banken eines der wenigen Geschäftsfelder, die noch lukrative Renditen versprechen

Ein typisch amerikanisches Problem Kreditkartenschulden gefährden Stabilität

Stark ansteigende Kreditkartenschulden der US-Amerikaner bereiten Finanzexperten zunehmend Sorgen. Die Eine-Billion-Dollar-Grenze ist fast erreicht. Zeichnet sich der Beginn einer neuen Finanzkrise ab?

Nirgendwo auf der Welt ist es für Verbraucher so einfach, eine Kreditkarte zu bekommen, wie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Kreditinstitute überschütten die Haushalte geradezu mit Angeboten. Dass sich der Wettbewerb um die Kunden in den letzten Monaten noch weiter verschärft hat, hat einen einfachen Grund: Das Kreditkartengeschäft ist für die Banken eines der wenigen Geschäftsfelder, die noch lukrative Renditen versprechen.

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Konsum auf Pump - Kreditkartenschulden der Amerikaner wachsen weiter

Kreditkarten erfreuen sich in den USA größter Beliebtheit. In den Brieftaschen der meisten Amerikaner stecken meist mehrere Kreditkarten. In den letzten Monaten hat der Wettbewerbsdruck dazu geführt, dass von den Banken selbst Bürger mit minimaler Bonität als Neukunden geworben werden. In Deutschland müssen die Kunden ihre Kreditkartenschulden in der Regel innerhalb eines Monats ausgleichen. Amerikaner, die mit Kreditkarte auf Shopping-Tour gehen, dürfen sich deutlich mehr Zeit lassen. Oft reicht eine Mindesttilgung von 25 Dollar pro Monat aus. Solange alles gut geht, ist das für die Banken ein gutes Geschäft. Sie kassieren bis zu 18 % Zinsen pro Jahr.

Kreditkartenschulden als Risiko für die gesamte Wirtschaft

Und auch die Wirtschaft profitiert von der Konsumlust der US-Amerikaner. Dass es viele nervöse Marktteilnehmer gibt, die dem schönen Schein nicht recht trauen, zeigte sich vor Kurzem: Synchrony Financial - das ist das Finanzhaus, das die Kundenkarten für Amazon, Gap und andere renommierte Einzelhändler bereitstellt - meldete kürzlich ein Ansteigen der Zahlungsausfälle. Die Reaktion an den Aktienmärkten erfolgte prompt und sorgte für einen heftigen Kurseinbruch.  

Die Kreditinstitute in den USA überschütten die Haushalte geradezu mit Angeboten für Kreditkarten."  

Aktuell gäbe es jedoch keinen Grund zur Sorge, erläuterte eine Beraterin der BAB Research in einem Interview für die Londoner Financial Times. Wie schnell sich die Lage am Finanzmarkt jedoch ändern könne, hätte die Immobilienkrise 2007/2008 gezeigt. Problematisch sei das schnelle Anwachsen des Kreditkartenschulden-Berges, weil  sich gleichzeitig die Konjunkturaussichten eintrüben.  

Entwicklung am Arbeitsmarkt könnte drehen

Die ersten Stimmen warnen bereits, dass die Arbeitslosenzahlen schon bald ansteigen könnten. Wächst dadurch die Zahl der Kreditkartenbesitzer, die ihre Schulden nicht zurückzahlen können, ist das eine ernste Bedrohung für die Kreditinstitute. Die Vergabe von Darlehen an Firmen könnte ins Stocken geraten und die gesamte Wirtschaft in einen Abwärtsstrudel geraten. Und das Bedrohlichste an diesem Szenario ist, dass der US-Notenbank die Hände weitgehend gebunden sind. Noch immer sind die Nachwehen der letzten Krise zu spüren und die Möglichkeiten der Fed, regulierend einzugreifen, sind eng begrenzt.

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