Die Kurse sogenannter Value-Aktien konnten in letzter Zeit einen Teil ihrer Verluste wettmachen

Vermögensverwalter Valuetitel mit Potential

Die weit verbreitete Meinung, dass Value-Titel in naher Zukunft kein Potential aufweisen, teilen nicht alle. Im Vergleich zu vielen Wachstumswerten seien sie noch günstig bewertet, schätzt ein bekannter Portfoliomanager ein.

Die Kurse sogenannter Value-Aktien konnten in letzter Zeit einen Teil ihrer Verluste wettmachen. Das verleitet viele Investoren zu der Einschätzung, dass diese Werte ihr Potential zunächst ausgereizt hätten. Benjamin Silver, der als Portfoliomanager für die  Vermögensverwaltung Pzena Investment Management tätig ist, sieht das anders. Er hält Value-Titel trotz des gestiegenen Niveaus weiterhin für attraktiv und rechnet mit weiteren Kursanstiegen.

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Was spricht nach Ansicht Silvers in der nächsten Zeit für die Value-Strategie?

  • Die jüngste Pro-Value-Phase ist vergleichsweise jung. Sie startete erst im Oktober 2020.
  • Obwohl sich die Lücke der Bewertungen zwischen Wachstums- und werthaltigen Aktien verringert hat, bleibt das absolute Bewertungsniveau der Value-Titel weiterhin attraktiv.
  • Beim Vergleich zwischen dem MSCI AC World Value Index und dem entsprechenden Growth-Index fällt auf, dass der Abschlag deutlich über dem Durchschnittswert der vergangenen zwanzig Jahre liegt.

Dauert der Pro-Value-Zyklus weiter an?

Das ist die Frage, die sich momentan viele Investoren stellen. Von einem Pro-Value-Zyklus sprechen die Vermögensverwalter von Pzena Investment Management, wenn der Anstieg von Value Aktien mindestens ein Jahr lang 15 Prozent über dem breiten Markt liegt. Betrachtet man die letzten sechs Phasen, in denen Value-Werte outperformten, lässt sich feststellen, dass diese durchschnittlich fünf Jahre andauerten. So gesehen könnte die jüngste Pro-Value-Phase mit ihrem Start im Oktober 2020 noch längere Zeit anhalten.

Betrachtet man die letzten sechs Phasen, in denen Value-Werte outperformten, lässt sich feststellen, dass diese durchschnittlich fünf Jahre andauerten."

Rezessionsängste verunsichern Investoren

Ob die Dauer der jüngsten Pro-Value-Phase das langjährige Mittel erreicht, kann niemand mit Sicherheit vorhersagen. Weltweit ist die Besorgnis groß, dass es eine länger anhaltende Rezession geben könnte. Silver gibt jedoch zu bedenken, dass der Aktienmarkt 2022 im Vergleich zu den Höchstständen circa um ein Viertel nachgegeben habe, obwohl ein großer Teil der Unternehmen im gleichen Zeitraum steigende Gewinne verbuchen konnte.

Anlegern empfiehlt Silver, in ihre Überlegungen auf jeden Fall auch europäische Unternehmen einzubeziehen. Viele dieser Firmen, die in Europa ansässig sind, erzielen einen Teil ihrer Einnahmen außerhalb Europas, was sich als Puffer erweise.

Außerdem verschaffe der schwache Dollar europäischen Unternehmen Vorteile gegenüber der Konkurrenz in den USA.

 

 

Autor: Reiner Braun, Braun Finanzberatung GmbH & Co. KG Bamberg, www.braun-finanzberatung.de

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