Auch die zweite Amtszeit von Donald Trump birgt Unsicherheiten

Optimismus trotz Störgeräuschen Wall Street mit Rückenwind

Strategen erwarten die längste S&P-500-Rally seit zwei Jahrzehnten.

An den US-Märkten hat sich eine bemerkenswerte Grundstimmung etabliert: Viele Strategen gehen davon aus, dass der S&P 500 auch im Jahr 2026 zulegen wird – und damit die längste Gewinnserie seit fast 20 Jahren erreicht. Der Index hat seit dem Tiefpunkt im Oktober 2022 bereits rund 90 Prozent zugelegt. Dass Analysten trotz dieser außergewöhnlichen Entwicklung ein weiteres Gewinnjahr erwarten, zeigt, wie robust sie das Fundament des aktuellen Marktzyklus einschätzen.

Gleichzeitig ist der Optimismus nicht blind. Die Liste möglicher Belastungsfaktoren ist lang: eine empfindliche Abhängigkeit von KI-getriebenen Technologiewerten, eine fragile Konjunktur, ein unsicherer Zinspfad der Federal Reserve und politische Risiken im zweiten Amtsjahr von Präsident Donald Trump.

Die Kombination aus Chancen und Risiken macht die Einschätzungen der Strategen zu einem Balanceakt.

Warum viele Häuser einen weiteren Anstieg erwarten

Der Optimismus der Strategen zeigt, wie tief das Vertrauen in die strukturelle Stärke des S&P 500 reicht. Viele erwarten ein weiteres Gewinnjahr – getragen von stabilen Gewinnen, KI-getriebenen Produktivitätsimpulsen und einer moderateren Geldpolitik."

Mehrere Argumente stützen den positiven Konsens. Ein großer Teil des Gewinnwachstums stammt aus technologieorientierten Unternehmen, die von KI-Investitionen profitieren. Gleichzeitig hellt sich die Gewinnsituation in klassischen Sektoren auf, die zuvor unter hohen Finanzierungskosten und schwacher Nachfrage litten.

Strukturelle Gründe für den Optimismus:

  • stabile Unternehmensgewinne, getragen von Technologie, Industrie und Finanzsektor
  • erwartete Zinssenkungen, die Bewertungen und Kreditkosten entlasten
  • hohe Liquidität im Markt, unterstützt durch ETF-Zuflüsse und institutionelle Nachfrage
  • produktive Effekte der KI-Integration, die sich erstmals breiter in den Gewinnzahlen zeigen

Viele Strategen argumentieren, dass der aktuelle Zyklus weniger spekulativ geprägt ist als frühere Boomphasen. Anders als in den 2000er-Jahren stützt nicht nur ein Themenhype die Kurse, sondern auch operative Fortschritte in Unternehmen.

Die unterschätzten Risikofaktoren

Trotz des breiten Optimismus bleiben die Risiken real. Die Abhängigkeit vom KI-Segment ist hoch: Schwäche bei nur wenigen Schwergewichten könnte den gesamten Index bremsen. Zudem ist die US-Konjunktur zwar widerstandsfähig, aber nicht über jeden Zweifel erhaben. Ein schwächerer Arbeitsmarkt oder eine unerwartete Konjunkturdelle könnte das Gewinnfundament erodieren.

Auch die zweite Amtszeit von Donald Trump birgt Unsicherheiten. Veränderungen in der Haushaltspolitik, handelspolitische Spannungen oder regulatorische Schocks könnten Märkte kurzzeitig stark belasten.

Zentrale Risikodimensionen:

  • politische Volatilität und unvorhersehbare Regierungsentscheidungen
  • mögliche Korrektur im KI-Segment nach außergewöhnlichen Kursanstiegen
  • verzögerte oder geringere Zinssenkungen durch die Fed
  • globale Spannungen, die Lieferketten oder Rohstoffmärkte beeinflussen

Diese Faktoren erklären, warum der Optimismus der Strategen stets mit Vorbehalt formuliert wird. Die Aufwärtsphase kann weiterlaufen, ist aber nicht immun gegen externe Schocks.

Wie Anleger das Umfeld einordnen sollten

Der erwartete vierte Anstieg in Folge spricht für eine Marktstruktur, die durch starke Unternehmensbilanzen, Gewinnwachstum und hohe Liquidität getragen wird.

Dennoch zeigt die Risikolage, dass der Markt anfällig für Stimmungswechsel bleibt.

Viele professionelle Anleger verfolgen daher zweigleisige Strategien: Sie bleiben investiert, reduzieren aber Konzentrationsrisiken und achten stärker auf Bewertungsspannen.

Die Suche nach mehr Breite im Markt – also Performance jenseits der größten Technologieunternehmen – nimmt wieder zu.

Ob 2026 tatsächlich ein weiteres Gewinnjahr wird, hängt letztlich davon ab, ob das Zusammenspiel aus Technologie, Geldpolitik und Konjunktur stabil bleibt.

Der Trend ist intakt, doch Trends haben Grenzen – besonders nach einer 90-prozentigen Rally.

Fazit

Der Optimismus der Strategen zeigt, wie tief das Vertrauen in die strukturelle Stärke des S&P 500 reicht. Viele erwarten ein weiteres Gewinnjahr – getragen von stabilen Gewinnen, KI-getriebenen Produktivitätsimpulsen und einer moderateren Geldpolitik. Dennoch bleibt der Markt anfällig für politische und konjunkturelle Risiken. Die Rally kann weitergehen, aber ihr Fundament muss sich 2026 erneut bewähren.

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