Das reichste Prozent der Weltbevölkerung hat 82 Prozent der Vermögensgewinne erzielt

Hat Oxfam wirklich Recht? Weltweit wächst die Ungleichheit

Ein wenig gleicht es einem Ritual. Pünktlich zum Start des jährlichen Weltwirtschaftsgipfels in Davos legt die internationale Hilfsorganisation Oxfam einen Bericht zur weltweiten Ungleichheit vor - so auch 2018. Danach hat die Ungleichverteilung weltweit zugenommen.

Die Reichen sind noch reicher geworden und der Abstand zu den Armen hat sich weiter vergrößert, so lautet auch dieses Jahr das Fazit. Demzufolge gehört den 42 reichsten Personen der Welt genauso viel Vermögen wie der ärmeren Hälfte der Menschheit, die etwa 3,8 Milliarden Köpfe zählt. Insgesamt gibt es laut Oxfam 2.000 Vermögens-Milliarde auf dem Globus. Alle zwei Tage kommt ein neuer dazu.

Ein Prozent der Menschheit erzielt 82 Prozent der Vermögensgewinne 

Und das Vermögen der Reichen wächst wesentlich schneller als das der ärmeren Menschen. Das reichste Prozent der Weltbevölkerung hat danach im letzten Jahr 82 Prozent der Vermögensgewinne erzielt. Die restlichen 18 Prozent entfallen auf 99 Prozent der Menschheit. Die ärmere Hälfte davon hatte gar keinen Vermögenszuwachs. Oxfam macht die Unterschiede anhand von plastischen Beispielen deutlich. So verdiene ein CEO eines Modekonzerns in vier Tagen genauso viel wie eine Näherin in Bangladesh im ganzen Leben. Und Entwicklungsländer würden pro Jahr mehr als 170 Milliarden Dollar durch Steuervermeidung und Gewinnverschiebungen verlieren. 

Unumstritten sind die Oxfam-Berichte nicht. Schon in der Vergangenheit wurde Kritik an den pauschalen Aussagen und der Methodik geäußert. Auch ein großzügiger Umgang mit Zahlen und Statistiken wurde moniert. Oxfam täusche bei seinen Angaben Genauigkeit vor, wo oft nur grobe Schätzungen vorlägen. Die Oxfam-Autoren ficht das nicht an. So wird im aktuellen Bericht unumwunden eingeräumt, dass sich die Zahlengrundlagen im Vergleich zu 2017 verändert hätten und Angaben daher nicht vergleichbar seien. Es komme auch nicht so sehr auf die Exaktheit der einzelnen Zahl an, sondern auf die Richtigkeit der Aussage. 

Die Reichen sind noch reicher geworden und der Abstand zu den Armen hat sich weiter vergrößert."

Eine Studie mit Tendenz 

Wissenschaftlich ist das natürlich nicht. Die Oxfam-Studie erhebt diesen Anspruch aber auch nicht, sie will politisch beeinflussen und ist daher "tendenziös". 

Dabei bleiben auch einige "hinderliche" Erkenntnisse auf der Strecke - zum Beispiel, dass die Wohlstands-Differenz zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern im Zeitablauf eher geringer geworden ist und viele neue Vermögens-Milliardäre inzwischen nicht mehr aus den klassischen westlichen Marktwirtschaften stammen.

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