Manche sprechen sogar von einer Flucht in den Dollar

Der US-Dollar zieht an Die Flucht aus den Schwellenländern

Die amerikanische Notenbank fährt bereits seit längerer Zeit einen Kurs moderater Leitzinserhöhungen und einer wieder etwas strafferen Geldpolitik. Doch beim Dollar machte sich das bisher kaum bemerkbar - gerade in den ersten Monaten dieses Jahres zeigte sich die US-Währung gegenüber dem Euro eher schwach. Doch seit einigen Tagen hat der Dollar deutlich angezogen.

Spüren tun das vor allem die Schwellenländer. Denn die Aussicht auf höhere Zinsen in den USA und die Dollar-Aufwertung lässt Investoren jetzt massiver Geld abziehen. Manche sprechen sogar von einer Flucht in den Dollar. Aktuelles Beispiel für solche Fluchtbewegungen ist Argentinien. Das Land reagiert mit drastischen Maßnahmen.

Argentinischer Leitzins bei 40 Prozent! 

Gleich dreimal hat die argentinische Zentralbank die Leitzinsen binnen einer Woche angehoben, zuletzt auf sagenhafte 40 Prozent. Damit soll der anhaltende Geldabfluss in Richtung USA gestoppt werden. Tatsächlich beruhigte sich nach dem Zinssprung die Lage zunächst etwas, aber zum Wochenende gab der Peso schon wieder nach. Insgesamt hat die argentinische Währung gegenüber dem Dollar seit Jahresbeginn fast 17 Prozent an Wert verloren. 

Sie steht damit nicht alleine dar. Auch die Währungen anderer Schwellenländer haben deutlich nachgegeben. Die türkische Lira hat gut elf Prozent verloren, der russische Rubel fast neun Prozent. Ebenfalls klar im Minus befindet sich der brasilianische Real (- 6,2 Prozent) und die indische Rupie (- 4,5 Prozent). Bei anderen Währungen halten sich die Verluste noch in Grenzen. Mit Argentinien und der Türkei sind zwei Länder betroffen, die über besonders starke Handelsbilanzdefizite gegenüber den USA verfügen und überdies stark in Dollar verschuldet sind. 

Die US-Geldpolitik hat massive Auswirkungen über die Vereinigten Staaten hinaus." 

Massive Probleme durch Dollar-Aufwertung 

Sollte der Trend sich länger fortsetzen, könnte eine anhaltende Dollar-Aufwertung zu massiven Problemen führen. Importe aus den USA werden dann automatisch teurer und die währungsbedingte Preissteigerung heizt die Inflation in den betroffenen Schwellenländern an. Gleichzeitig steigt die Schuldenlast, wenn Dollar-Anleihen plötzlich "mehr wert" sind. Beides ist für die jeweiligen Volkswirtschaften Gift und erklärt die heftigen Reaktionen. 

Eines zeigt die aktuelle Entwicklung deutlich. Die US-Geldpolitik hat massive Auswirkungen über die Vereinigten Staaten hinaus. Noch scheint das im Euro-Raum kaum angekommen zu sein. Doch auf Dauer wird man sich auch hier den geldpolitischen Einflüssen von jenseits des Atlantiks nicht entziehen können.

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