Das Barometer für die Börsenstimmung pendelt zwischen Euphorie und unausweichlichem Crash

Kein Grund zur Panik, aber zur Sorge Die Unsicherheit bleibt groß

Das Barometer für die Börsenstimmung pendelt zwischen Euphorie und unausweichlichem Crash, für den nur noch nicht der Zeitpunkt genau vorhergesagt werden kann - die Finanzkrise liegt gerade einmal zehn Jahre zurück.

Es gab durchaus einige Experten, die auf die enormen Risiken im Vorfeld der Finanzkrise 2007/2008 hingewiesen hatten - sie wurden jedoch nicht gehört und gingen unter in dem allgemeinen Sog, den die undurchsichtigen Finanzprodukte der globalisierten Märkte auf Investoren ausgeübt hatten. Nun steht der zehnte Jahrestag dieses Zusammenbruchs an, allen Beteuerungen zum Trotz stecken die Märkte auch heute voller unwägbarer Risiken.

Aktien auf Allzeithochs - Finanzkrise bereits vergessen?

Es liegt nun einmal in der Natur der Dinge, dass sich insbesondere das Börsengeschehen erst im Nachhinein erklären lässt. Dass viele Prognosen weit danebenliegen, weist schon auf eine Vielzahl von Einflussfaktoren hin, die sich nicht ohne Weiteres fassen und interpretieren lassen: Märkte preisen politische anstehende Entscheidungen bereits im Vorfeld ein, wie anlässlich des Wahlsiegs von Donald Trump gesehen. Allein die Ankündigungen aus dem Wahlprogramm, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen zu wollen, reichten aus, um die Börsenkurse der relevanten Unternehmen zu befeuern.

Auf der anderen Seite reagierte die Börse positiv, als Emmanuel Macron im ersten Wahlgang in Frankreich triumphieren konnte. Die Wahl ist noch lange nicht entschieden und doch gehen die Investoren offenbar davon aus, dass der Kandidat sich für die Europäische Union einsetzt und damit den europäischen Unternehmen Auftrieb verleihen kann. Die Anlageentscheidungen beruhen also weniger auf den wirtschaftlichen Daten, sondern reagieren auf politische Tendenzen, die bevorzugt positiv interpretiert werden. Der Brexit, der wirklich an den Grundfesten der EU rüttelt und dessen Folgen noch gar nicht abzusehen sind, wird nämlich offensichtlich ausgeblendet.

Die extrem niedrigen Zinsen haben die Verschuldungsquoten von Staaten, Unternehmen, aber auch Privatpersonen exorbitant ansteigen lassen."

Systemische Risiken nicht unterschätzen - Anlagen breit streuen

Auch wenn die Wirtschaftsdaten im Euro-Raum stabil daherkommen, darf die andere Seite der Medaille nicht außer Acht gelassen werden: Die geldpolitischen Maßnahmen der EZB haben nicht nur die Aktienkurse in die Höhe getrieben - und das teilweise deutlich über die reellen Werte der Unternehmen hinaus. Die extrem niedrigen Zinsen haben die Verschuldungsquoten von Staaten, Unternehmen, aber auch Privatpersonen exorbitant ansteigen lassen. Wie fragil dieses Bild ist, zeigen die drastischen Kurseinbrüche, sobald eine Auseinandersetzung eskaliert oder bestimmte Entscheidungen nicht wie vorgesehen getroffen werden.

Die systemischen Risiken sind also durchaus vorhanden, die heutigen Wirtschaftsdaten lassen sich nicht einfach in die Zukunft projizieren. Investmententscheidungen auf der Grundlage fundamentaler Daten zu treffen, Anlagen breit zu streuen und in puncto Renditeerwartung auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, hat sich noch immer bewährt.

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