Auch wenn die Jugend sich deutlich leichter in den Weiten des World Wide Web bewegt, tut sie sich doch sehr viel schwerer beim Aussortieren von Fake News

Es fällt immer schwerer, zwischen wahr und falsch zu unterscheiden Fake News

"Fake News" wurde zum Schlagwort im US-Präsidentschaftswahlkampf, allerdings verbirgt sich hier eine deutlich komplexere Herausforderung unserer Zeit: Die Fülle der online verfügbaren Informationen erfordert eine hohe Medienkompetenz - und damit ein Umdenken.

Ob der Papst nun die Wahl von Donald Trump unterstützt haben soll oder russische Hacker die Entscheidung beeinflusst haben - wer kann als Informationskonsument heute einschätzen, was wirklich wahr ist? Eine Studie in den USA belegt dann auch die bittere Realität: Rund 80 Prozent der 12- und 13-Jährigen können Fake News nicht erkennen. Vor allem die gut aufbereiteten gesponserten Inhalte werden deutlich besser angenommen, als das für die eigentlichen Fakten zutrifft. Nicht zuletzt die sozialen Netzwerke tragen dazu bei, dass die dem Menschen innewohnende Leichtgläubigkeit optimal bedient wird.

Statistiken und prägnante Bilder - aus Fake News werden Wahrheiten

Auch wenn die Jugend sich deutlich leichter in den Weiten des World Wide Web bewegt, tut sie sich doch sehr viel schwerer beim Aussortieren von Fake News. Angesichts der Informationsmenge werden einfache Regeln zur Selektion genutzt, beispielsweise erhöhen aufgeführte Statistiken oder Abbildungen die Glaubwürdigkeit. Problematisch ist jedoch, dass die Verifizierung der Inhalte, die einst vom Journalismus übernommen wurde, nun eigenverantwortlich erledigt werden müsste - und immer häufiger unterbleibt. Diese Verschiebung der Zuständigkeiten ist neu, es fehlt dementsprechend an Kompetenzen, mit dem neuen Potenzial sicher umzugehen.

Oblag es vor dem Internetzeitalter den Medien, Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und unterschiedliche Standpunkte oder Blickwinkel abzubilden, ist es heute faktisch jedem Nutzer möglich, seine Sicht der Dinge in die Welt zu tragen. Vor allem die sozialen Netzwerke, allen voran Facebook, eignen sich hervorragend, um Fake News zu platzieren: Das Angebot an Informationen wird auf die jeweiligen Interessen ausgerichtet, sodass Nutzer immer nur das präsentiert bekommen, was sie ohnehin schon an Haltung geäußert haben. Der Blick über den Tellerrand der eigenen Vorurteile wird somit immer schwerer.

Rund 80 Prozent der 12- und 13-Jährigen können Fake News nicht erkennen."

Probates Gegenmittel: Bildung, Bildung und nochmals Bildung

Das Internet ermöglicht es jedem, effektiv Fakten zu überprüfen. Gleichzeitig läuft der Nutzer Gefahr, immer wieder nur seine eigenen Meinungen gespiegelt zu bekommen. Hier ist also eine profunde Medienkompetenz erforderlich, um Fake News sicher identifizieren zu können. Da kann es nicht hilfreich sein, wenn Schulen sich der Internetnutzung verweigern, im Gegenteil. Schon früh sollte damit begonnen werden, über die Mechanismen und vor allem die Gefahren umfassend aufzuklären. 

Letztendlich nutzen bereits Kinder die einschlägigen Messenger oder spezielle Netzwerke für ihre Kommunikation, ohne sich der Konsequenzen bewusst zu sein. Das Internet sollte kein "Neuland" sein, sondern ein selbstverständliches Kapitel in der Schuldbildung.

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