Hochkomplexe Vorgänge in der Automobilindustrie

Abhängigkeit von Software Gefahren der Digitalisierung

Die deutsche Industrie setzt zunehmend auf Digitalisierung. Maschinen werden miteinander vernetzt und kommunizieren über Standorte und große Entfernungen hinweg.

Das Schlagwort dafür lautet Industrie 4.0 - eine moderne industrielle Revolution. Damit schafft die Wirtschaft hierzulande die Voraussetzungen, um auch künftig im harten globalen Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können. Doch die Digitalisierung bietet nicht nur Vorteile, sie besitzt auch manche Schattenseiten. Sie schafft neue Abhängigkeiten und Risiken. Längst nicht jedes Unternehmen ist ausreichend darauf vorbereitet.

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Cyber-Attacken: deutlich größere Angriffsmöglichkeiten 

Es sind vor allem mögliche Angriffe von außen, die eine Gefahr darstellen. Die zunehmende Digitalisierung hat kriminellen Hackern den Zugang zu den IT-Systemen der Unternehmen erleichtert und die Angriffsflächen stark erweitert. Die IT-Sicherheit konnte mit der rasanten Entwicklung oft nicht Schritt halten. Vielfach sind noch Jahrzehnte alte Betriebssysteme im Einsatz, die sich zwar bei der Produktionssteuerung bewährt haben, aber unzureichend gegen Angriffe geschützt sind. 

Wie groß das Ausmaß von Hacker-Attacken ist, kann nur vermutet werden. Denn offizielle Statistiken dazu gibt es de facto nicht. Viele Unternehmen verschweigen aus Angst vor Imageschäden IT-Angriffe, nicht wenige bemerken sie nicht einmal. Das Bundeskriminalamt geht davon aus, dass nur etwa zehn Prozent der Attacken öffentlich bekannt werden. Das Bild ist daher äußerst lückenhaft. Immerhin gibt es einige Einschätzungen:  

  • das Fraunhofer-Institut für sichere Informationstechnologie in Darmstadt geht davon aus, dass mindestens 50 Prozent der Industrieunternehmen von Hacker-Angriffen betroffen sind. Vor allem mittelständische Betriebe seien gefährdet;
  • der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau berichtet, 30 Prozent seiner Mitglieder hätten bereits Cyber-Vorfälle erlebt; 
  • die meisten Angriffe richten sich nach Recherchen des amerikanischen Telekommunikationsanbieters Verizon gegen Unternehmen der Fertigungsindustrie. Rund 60 Prozent der Spionage-Attacken zielen auf solche Unternehmen.  

Spionage, Sabotage und Erpressung 

Neben der Industriespionage sind vor allem Erpressung und Sabotage Hauptmotive für die Hacker-Angriffe. Erpresser drohen damit, Dateien zu zerstören oder Anlagen zu beschädigen, wenn ihre Lösegeldforderungen nicht erfüllt werden.

Vielfach sind noch alte Betriebssysteme im Einsatz, die sich zwar bewährt haben, aber unzureichend gegen Angriffe geschützt sind."

Sabotage platziert gezielt Schadsoftware, verändert Maschinen-Konfigurationen oder Rezepturen zum Nachteil von Unternehmen und deren Kunden. Bei Spionage geht es vor allem darum, Forschungsergebnisse, Patente und Verträge auszuspähen oder andere Hintergrund-Infos - zum Beispiel für Finanzmanipulationen - zu erlangen. Alle diese Angriffe sind gleichermaßen kriminell. 

Der wirtschaftliche Schaden solcher Aktivitäten ist enorm und kann im Extremfall existenzgefährdend sein. Die mit der Digitalisierung verbundenen Gefahren werden dabei oft unterschätzt. Bei vielen Unternehmen steht immer noch die Datensicherheit im Vordergrund, weniger die Betriebs- und IT-Sicherheit. Es bedarf erheblicher Anstrengungen, um in diesem Bereich einen Bewusstseinswandel zu schaffen und gegenzusteuern. IT-Sicherheit wird zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor.

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