Bitcoin: Künstlich und doch real

Serie Geschichte: Umstrittene digitale Währung Geschichte des Bitcoin

Im Jahre 2008 erlebte die Internet-Währung Bitcoin ihre Geburtsstunde. Das revolutionäre Konzept stammt von einem vermutlich japanischen Erfinder oder einer Erfindergruppe mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Bis heute ist die dahinter stehende Identität nicht geklärt. Der Verbreitung des virtuellen Geldes hat das keinen Abbruch getan.

Die ersten Jahren ihrer Existenz führte die Bitcoin-Währung ein Schattendasein. Der Durchbruch kam im Jahre 2013, nachdem sich allmählich ein breiterer Kreis von Bitcoin-Nutzern gebildet hatte und auch die mediale Aufmerksamkeit erheblich zunahm. Die Zahl der Akzeptanzstellen wuchs ständig und ein neuer Schub entstand aus China, als das dortige Google-Pendant Alibaba das künstliche Internet-Geld vorübergehend als Zahlungsmittel akzeptierte. Die Folge war eine gewaltige Kursexplosion, der ebenso schnell ein Crash folgte. Seither hat sich der Kurs wieder normalisiert, die Erfolgsstory geht trotz einiger zwischenzeitlicher Turbulenzen weiter. Mittlerweile kann bei über 100.000 Händlern mit dem Internet-Geld bezahlt werden.

Unabhängig von Notenbanken und Staaten 

Das Bitcoin-Konzept ist eine echte Innovation und in der Geldgeschichte ohne Beispiel. Im Unterschied zu anderen Währungen gibt es bei Bitcoins keine Scheine oder Münzen. Es handelt sich vielmehr um eine abstrakte Recheneinheit, die dennoch an Börsen gehandelt und gegen andere Währungen getauscht werden kann. Ebenso neu ist, dass das Geld nicht von einer Zentralbank verwaltet und gesteuert wird, sondern dezentral über die Rechner der Bitcoin-Nutzer nach bestimmten Algorithmen. Die Verwahrung erfolgt in digitalen Brieftaschen, sogenannten wallets.

Eine Inflation kann es bei Bitcoins nicht geben, denn die Gesamtmenge ist konstant und auf 21 Millionen Einheiten beschränkt.  Die Unabhängigkeit von Staaten und Notenbanken ist eine der größten Vorzüge und Schwächen des virtuellen Geldes  zugleich. Anders als bei Euros, US-Dollars, Yen usw. kann es hier keine Geldmengensteuerung und -politik von zentraler Stelle geben. Diese Manipulationsfreiheit wird in einer Ära der lockeren Geldpolitik oft als Vorteil gegenüber den realen Währungen gesehen. Andererseits hat die fehlende Steuerung sicher auch zu der hohen Volatilität und Blasenbildung beigetragen.

Mittlerweile kann bei über 100.000 Händlern mit dem Internet-Geld bezahlt werden."

Bitcoins sind tendenziell schwankungsanfälliger als herkömmliche Währungen. Den Notenbanken selbst ist der fehlende Zugriff ein Dorn im Auge. Sie beobachten die Entwicklung der Internet-Währung ebenso intensiv wie argwöhnisch. 

Auch Schattenseiten 

Ohne Risiken und Schattenseiten ist die Internet-Währung nicht. In der Vergangenheit gab es wegen der großen Anonymität immer wieder Vorwürfe der Begünstigung von Geldwäsche und Betrug. Auch gegen Hacker-Angriffe zeigte sich das System nicht gefeit. Ein Schlag war die fragwürdige Insolvenz der Bitcoin-Börse Mt. Gox. Bisher konnte das der Verbreitung nichts anhaben.

Bitcoins bleiben ein Faktor im internationalen Währungsgefüge.

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