Zwei Drittel der Mitglieder der PKV müssen mit drastischen Beitragsanpassungen rechnen.

Private Krankenversicherer erhöhen im Schnitt zweistellig Kräftig erhöhte Beiträge zur PKV

Rund zwei Drittel der Mitglieder der PKV müssen zum Jahreswechsel mit drastischen Beitragsanpassungen rechnen. Um durchschnittliche elf Prozent werden die generell nach Anbieter variierenden Beiträge für die Krankenversicherten steigen.

Die Mitteilung des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen (PKV), die die Politik über die anstehenden Veränderungen bei den Krankenversicherungsbeiträgen informierte, dürfte dort nicht für Begeisterung gesorgt haben: Ausgerechnet im Wahljahr müssen die Versicherten deutlich tiefer für ihren wichtigen Versicherungsschutz in die Tasche greifen.

PKV - Welle von Beitragserhöhungen erwartet

Rund 8,8 Millionen Deutsche sind Mitglied einer privaten Krankenversicherung, fast sechs Millionen werden im November die Ankündigung einer Beitragsanhebung erhalten. Je nach Anbieter soll diese bis zu 25 Prozent betragen, im Durchschnitt werden elf Prozent erwartet. Diese Beitragspassungen sind genehmigungspflichtig, erst wenn die angefallenen Kosten um zehn Prozent gestiegen sind, dürfen die Krankenversicherer in vielen Tarifen aktiv werden. Deswegen baut sich regelmäßig ein Nachholbedarf auf, der sich auch bei dieser Anpassungswelle auswirkt.

Als weitere Ursachen führen die Verantwortlichen die höheren Therapie- und Behandlungskosten und finanziellen Folgen des medizinischen Fortschritts an. Die Hauptschuld liege aber in der Niedrigzinspolitik der EZB, die die Zinseinnahmen für die Rückstellungen, die die Versicherer in Milliardenhöhe vorhalten, drastisch zurückgehen ließ. Der PKV-Verband geht sogar davon aus, dass die Beitragsentwicklung ohne diese Zinsausfälle auch weiterhin unauffällig verlaufen wäre. Hier wird gerne der Vergleich zu den gesetzlichen Krankenkassen gesucht, deren Zusatzbeiträge deutlich stärker steigen würden.

Reaktionen aus der Politik sehr unterschiedlich

Angesichts der im nächsten Jahr anstehenden Bundestagswahl kommt den Reaktionen der Parteien eine große Bedeutung zu: So äußert sich die SPD unwillig dazu, der PKV zur Hilfe kommen zu wollen. Vor dem Hintergrund der präferierten Bürgerversicherung wäre eine andere Aussage auch unglaubwürdig. Die CDU hingegen sieht Handlungsbedarf, um beispielsweise Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung zu erleichtern, aber auch den Wettbewerb zu verstärken. 

Um durchschnittliche elf Prozent werden die Beiträge für die Krankenversicherten steigen."

Mit speziellen Verträgen, die die einzelnen Krankenversicherungen mit Ärzten und Krankenhäusern abschließen könnten, ließen sich die im Vergleich höheren Kosten reduzieren. Gleichzeitig sollten die Standardtarife, die sich auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung bewegen, für eine größere Kundengruppe geöffnet werden.

Andererseits wird Kritik an der SPD und dem Verbraucherschutz laut. Diese hatten bislang die unterjährige Anpassungsmöglichkeit in der PKV verhindert und mit dem Einbau der Schwelle von zehn Prozent bei der Kostensteigerung für diese drastischen Sprünge gesorgt. Von der Front der Versicherer kommt indes eine beruhigende Information: Das Niedrigzinsniveau sei jetzt eingepreist, weiterer Beitragsdruck ist von dieser Seite nicht zu erwarten. Die Versicherten können von ihrem Recht zur Tarifumstellung Gebrauch machen, ohne den Anbieter zu wechseln.

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