Bei der Risikoanalyse von Aktien unterscheidet man zwischen marktimmanenten und aktienspezifischen Risiken

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Bei der Risikoanalyse von Aktien unterscheidet man zwischen marktimmanenten und aktienspezifischen Risiken. Oft wird auch - begrifflich nicht ganz deckungsgleich - von systematischen und unsystematischen Risiken gesprochen. Ein aktienspezifisches oder unsystematisches Risiko ergibt sich daraus, dass unternehmensindividuelle Faktoren den Wert einer einzelnen Aktie schwanken lassen.

Das marktimmanente oder systematische Risiko resultiert dagegen aus Größen, die den Aktienmarkt als Ganzes beeinflussen und daher auf alle dort gehandelten Titel gleichgerichtet einwirken. Während sich aktienspezifische Risiken durch Risikostreuung weitgehend "wegdiversifizieren" lassen, gilt das für marktimmanente Risiken nicht. Sie haben im Wesentlichen folgende Ursachen:

1. Das psychologische Marktrisiko 

Das psychologische Marktrisiko ergibt sich daraus, dass sich Marktteilnehmer häufig nicht rational verhalten. Die Kursbildung an den Börsen ist durch Erwartungen an die Zukunft geprägt, die zwangsläufig unsicher sind. Oft sind es nicht nur reine Fakten, die kursbeeinflussend wirken, sondern auch Stimmungen, Gerüchte, Meinungen usw. Viele Börsenakteure folgen dem "Trend" - wenn die Kurse nach oben zeigen, steigt man ein, bei sinkenden Kursen wird verkauft. Dadurch werden bestehende Trends noch verstärkt, ehe es irgendwann zur Trendwende kommt. Dieses "Herdenverhalten" ist sehr oft rein psychologisch motiviert und nicht durch Fakten unterlegt. Das psychologische Marktrisiko besteht darin, dass es zu - in der Regel vorübergehenden - Fehlbewertungen kommt, die den ganzen Markt betreffen.

2. Zyklische Marktschwankungen - Hausse und Baisse 

Immer wieder können an Börsen längere Phasen mit steigenden oder sinkenden Kursen beobachtet werden, die sich mehr oder weniger regelmäßig abwechseln. Solche Zyklen stehen häufig im Zusammenhang mit konjunkturellen Entwicklungen und Erwartungen, haben zum Teil aber auch spekulative Ursachen. Bei stetig steigenden Kursen wird von Hausse oder "Bullenmarkt" gesprochen, bei sinkenden dagegen von Baisse oder "Bärenmarkt". Nicht selten werden die gleichen Faktoren bei "bullishen" Märkten positiv bewertet, die bei "bearishen" Börsen negativ eingeschätzt werden. 

Während sich aktienspezifische Risiken durch Risikostreuung weitgehend "wegdiversifizieren" lassen, gilt das für marktimmanente Risiken nicht."

3. Risiken durch computergestützten Aktienhandel

Heute wird ein Großteil des Aktienhandels über elektronische Handelssysteme abgewickelt. Besondere Bedeutung hat hier der Hochfrequenzhandel - der automatisierte Handel auf Basis von Algorithmen in Hochgeschwindigkeit - erlangt. Die meist im Millisekundenbereich agierenden Systeme haben dazu beigetragen, dass die Volatilität von Aktienkursen und damit auch das marktimmanente Risiko insgesamt größer geworden ist und es mitunter zu extremen Kursausschlägen kommt. 

4. Risiken globalisierter und vernetzter Finanzmärkte 

Finanzmärkte gelten als die am meisten globalisierten Märkte. Der Aktienhandel findet heute weltweit und fast rund um die Uhr statt. Durch die Computerisierung sind die Börsen auf dem Globus miteinander vernetzt. Kursbewegungen an einzelnen Börsen wirken sich daher innerhalb kürzester Zeit auf anderen Finanzmärkten aus. Auch das erhöht allgemein die Kursvolatilität.

 

 

Die vom Autor als Basis für diesen Artikel verwendeten Informationen sind vom Rechteinhaber des Grundlagenwissen: Investmentfonds und die Risiken, der fundsware GmbH, zur Verfügung gestellt worden.

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