Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Frankfurt bezieht Stellung

Niedrigzins gefährdet Betriebsrenten Pensionskassen haben Finanzprobleme

Dass die niedrigen Zinsen Lebensversicherern zu schaffen machen, ist schon länger bekannt. Doch auch andere Vorsorgeeinrichtungen geraten zunehmend in Schwierigkeiten, zum Beispiel die Pensionskassen. Jetzt weist sogar die BaFin auf deren kritische Lage hin - ein Alarmsignal. Betriebsrenten sind nicht so sicher wie es scheint.

Dabei sollte die betriebliche Altersversorgung neben der gesetzlichen Rente und der privaten Vorsorge eigentlich das dritte Standbein der Alterssicherung sein. Den Pensionskassen fällt die Aufgabe zu, das im Zusammenhang mit betrieblichen Pensionszusagen zu bildende Vermögen zu verwalten und später die Betriebsrenten auszuzahlen. Sie kalkulieren dabei ähnlich wie Lebensversicherungen - und stehen vor vergleichbaren Problemen, wenn die Kalkulation wegen anhaltender Niedrigzinsen nicht mehr aufgeht. 

Wachsende Deckungslücken und Nachschussbedarf 

Die Kürzung von Leistungen bei den Betriebsrenten stellt dabei nur die ultima ratio dar. Der Gesetzgeber hat dafür ein sehr enges rechtliches Korsett geschaffen, aber ganz unmöglich ist sie nicht. Die BaFin schließt Leistungskürzungen jedenfalls mittlerweile nicht mehr grundsätzlich aus, wenn alle sonstigen Schutzmechanismen versagen sollten. Das zeigt, wie dramatisch die Lage ist. Die Zinssituation führt dazu, dass die Erträge aus der Vermögensverwaltung langsam, aber kontinuierlich wegschmelzen und eine wachsende Deckungslücke im Hinblick auf die Erfüllung der Pensionsverpflichtungen entsteht. Die BaFin spricht von einem "schleichenden Gift". 

Der Rechnungszins, mit dem die Pensionskassen kalkulieren, wird durch die EZB-Politik immer weiter nach unten gedrückt, was automatisch dazu führt, dass ständig mehr Vermögen erforderlich ist, um die Pensionszusagen abzudecken. Wenn die vorhandene Vermögenssubstanz nicht ausreicht, müssen ggf. die Träger-Unternehmen mit "Nachschüssen" einspringen. Das belastet nicht nur deren Ergebnisse und Bilanzen, es kommt auch auf die jeweilige Struktur der Pensionskassen an, inwieweit dies gelingt. Kassen, hinter denen große Traditionsunternehmen stehen, tun sich dabei leichter als solche, deren Träger heterogen und vielzahlig sind. Hier gibt es unterschiedliche Interessen und oft Widerstände gegen Nachschüsse, auch wenn der Gesetzgeber solche Zahlungen inzwischen steuerlich begünstigt. 

Jetzt weist sogar die BaFin auf die kritische Lage der Pensionskassen hin - ein Alarmsignal."

Leistungskürzungen nicht mehr ausgeschlossen

Überdies lösen Nachschüsse das Grundsatzproblem niedriger Zinsen nicht, sie kaufen nur Zeit. Auch die Hoffnung auf Sicherungseinrichtungen wie den Pensionssicherungsverein oder die Auffanggesellschaft Protektor sollte nicht überstrapaziert werden. Solche Institutionen funktionieren nur, wenn einzelne Mitglieder ausfallen, aber nicht, wenn eine ganze "Branche" in Schieflage gerät. Die BaFin befindet sich jedenfalls derzeit in intensiven Gesprächen mit manchen Pensionskassen, um dem Schlimmsten vorzubeugen. 

Die kritische Lage der Pensionskassen zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, bei der Alterssicherung nicht auf dritte Institutionen zu vertrauen, sondern selbst vorzusorgen. Als Lösung kommt durchaus auch der Aufbau eines eigenen Deckungstockes über ein diversifiziertes Wertpapierdepot in Frage. Unabhängige Finanzberatung zeigt Ihnen, welche Lösungen es dafür auch in Zeiten niedriger Zinsen gibt.

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