Auch Rentenpapiere sind nicht generell risikolos

Serie Finanzwissen: Finanzwissen Anleihen Emittentenrisiko und Rating-Agenturen

Auch Rentenpapiere, zu denen Anleihen als festverzinsliche Wertpapiere zählen, sind nicht generell risikolos. Insbesondere dem Emittenten und seiner Bonität gilt großes Augenmerk - Rating-Agenturen geben mit ihrer Bewertung eine Orientierung.

Die Gefahr, dass ein Emittent seine Anleihen nur verspätet oder gar nicht zurückzahlen kann, besteht durchaus. Die Gläubiger, also die Anleihe-Käufer, laufen dann Gefahr, einen Teil oder den kompletten Betrag inklusive der zugesagten Zinszahlungen zu verlieren. Dieses als Emittenten-, Ausfall- oder Bonitätsrisiko bezeichnete Merkmal lässt sich mit der Prüfung der Bonität, aber auch der Werthaltigkeit der Sicherheiten eingrenzen und findet Niederschlag in der Rendite.

Emittentenrisiko - Bonität wird in Rendite eingepreist

Je besser die Bonität des Emittenten von Anleihen ist, desto niedriger das Ausfall- oder Emittentenrisiko - und die Rendite. Will ein Emittent, hier kommen Staaten, Kommunen und Unternehmen in Frage, trotz schlechter Bonität Anleihen begeben, muss er deutlich höhere Zinssätze anbieten, um Anleger zu begeistern und einen gewissen Risikoausgleich leisten. Für Anleger ist also schon die angebotene Verzinsung ein Hinweis auf die Gefahr eines Ausfalls.

Trotzdem gibt es auch bei guter Bonität keine Garantien, denn während der Laufzeit der Anleihen kann sich die Bonität, wie am Beispiel der Staatspleiten (u.a. Argentinien) des letzten Jahrhunderts belegt, drastisch verändern. Hiervon sind Unternehmen ebenso betroffen wie die Staaten: Schon unvorhersehbare politische Entwicklungen oder Veränderungen in der Konjunktur im betroffenen Staat können die Zahlungsfähigkeit beeinflussen. Dabei erhöht sich das Bonitätsrisiko, je länger die Anleihe noch läuft.

Je besser die Bonität des Emittenten von Anleihen ist, desto niedriger das Ausfall- oder Emittentenrisiko - und die Rendite."

Rating-Agenturen - Bonitätsprüfung als Orientierungshilfe

Um die Ausfallrisiken von Anleihen, aber auch die Bonität der Emittenten selbst einschätzen zu können, befassen sich professionelle Rating-Agenturen mit der Bewertung. Die bekanntesten Vertreter sind Moody's und Standard & Poor's (S&P) sowie Fitch. Die privaten und gewinnorientierten Unternehmen weisen ihre Ergebnisse mit einem Prädikat, das als Buchstabenfolge von AAA bis D für die drohende Zahlungsunfähigkeit, aus.

Allerdings können sich auch die Rating-Agenturen nur auf die Informationen berufen, die die jeweiligen Unternehmen liefern - es lässt sich also immer nur ein Ist-Zustand festhalten, was die Verzögerungen in der Beurteilung erklärt. Darüber hinaus kann ein Rating eine vorherrschende Tendenz verstärken: Eine schlechte Bewertung kann also durchaus die Probleme eines Emittenten verstärken, da sich Anleger zurückziehen. Auch Fehler sind nicht ausgeschlossen - ein Rating sollte demnach nur ein Argument von vielen sein.

 

 

Die vom Autor als Basis für diesen Artikel verwendeten Informationen sind vom Rechteinhaber des Grundlagenwissen: Investmentfonds und die Risiken, der fundsware GmbH, zur Verfügung gestellt worden.

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