Eine Reihe von allgemeinen Faktoren können zur qualitativen Bewertung von Optionen genutzt werden

Serie Finanzwissen: Finanzwissen Optionsscheine Kennzahlen zur qualitativen Bewertung

Neben dem Basiswert und der Ausgestaltung von Optionen können einige Kennzahlen zur Bewertung der Qualität sowie der Risiken und Chancen herangezogen werden. Jede Abweichung von klassischen Optionen relativiert jedoch den Aussagewert.

Eine Reihe von allgemeinen Faktoren können zur qualitativen Bewertung von Optionen genutzt werden. Allerdings ist dabei immer zu berücksichtigen, dass die Ausgestaltung der Optionsscheine sich auf die Aussagekraft dieser Kennzahlen auswirkt. Zur generellen Einordnung sind sie jedoch geeignet.

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Harte Fakten: Aufgeld und Hebel einer Option

Im Gegensatz zum Handel mit Fondsanteilen, bei dem die Zusatzkosten als Aufgeld oder Agio bezeichnet werden, dient das sogenannte Aufgeld in Bezug auf Optionen zur Entscheidungsfindung: Angegeben wird mit dieser Größe, wie stark der Kurs eines Basiswertes sich verändern muss, um mit einem Optionsschein die Gewinnschwelle erreichen zu können. Zur Orientierung wird das Aufgeld demnach in Prozent für ein Laufzeitjahr angegeben. Anleger haben so die Möglichkeit, sich zwischen einer direkten Anlage in den Basiswert und einer entsprechenden Option zu entscheiden.

Die Preissensitivität bezeichnet wiederum das Verhältnis zwischen Kursänderungen beim Basiswert und Optionspreis. Diese Korrelation, auch Delta genannt, liegt bei Call-Optionen zwischen 0 und 1, bei Put-Optionen logischerweise zwischen 0 und -1. Delta errechnet sich demnach, indem die Veränderung des Preises des Optionsscheines durch das Produkt aus Kursänderung des Basiswertes und Bezugsmenge geteilt wird. Je näher das Delta der Null kommt, desto weniger partizipiert er von der Kurssteigerung des Basiswertes - und umgekehrt.

Das Besondere an Optionsscheinen ist der Hebel, der den zum Handel notwendigen Kapitaleinsatz reduziert. Anleger können so mit einem relativ kleinen Betrag große Summen bewegen und sowohl in Bezug auf Gewinn als auch auf einen potenziellen Verlust stärker partizipieren. Der angegebene Hebel zeigt auf, in welchem Umfang der Kurs eines Optionsscheines auf Veränderungen des Kurses des entsprechenden Basiswertes reagiert. Wird zum Beispiel der Hebel mit 3 angegeben, kann die Option um drei Prozent steigen, wenn der Basiswert um ein Prozent steigt.

Weitere wichtige Kennziffern für Optionsscheine

Eine gute Orientierung bietet den Anlegern der Break-Even-Point, der auch als Gewinnschwelle bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um den Punkt, ab dem ein Optionsrecht gewinn- und verlustneutral ausgeübt werden kann. Somit ist diese Kennzahl nur für die Anleger wichtig, die vor dem Laufzeitende verkaufen wollen.

Hinter dem Begriff "Die Griechen" verbergen sich dynamische Kennzahlen, die wichtige Rückschlüsse auf die künftige Preisentwicklung von Optionsscheinen zulassen. Dazu werden sowohl Veränderungen der Preise für die Optionsscheine als auch anderer Kenngrößen wie beispielsweise Laufzeit, Volatilität und Kurs des Basiswertes herangezogen. Da die verschiedenen Kennzahlen mit griechischen Buchstaben bezeichnet werden, hat sich dieser Begriff etabliert.

Delta

Die Preissensitivität wurde bereits beschrieben.

Gamma

Hier wird die Veränderung von Delta bezeichnet, sollte der Kurs des jeweiligen Basiswertes um eine Einheit steigen.

Das Besondere an Optionsscheinen ist der Hebel, der den zum Handel notwendigen Kapitaleinsatz reduziert."

Theta

Diese Kennzahl beziffert den Zeitwertverlust eines Optionsscheins, der in der Regel in Prozent und in Bezug auf einen bestimmten Zeitraum angegeben wird.

Omega

Damit wird der theoretische Hebel bezeichnet, der sich aus der prozentualen Änderung des Preises des Optionsscheins bei der Kursänderung des Basiswertes um ein Prozent ergibt.

Vega

Mit dieser Kennziffer wird die Auswirkung der Volatilität des Basiswertes auf den Kurs eines Optionsscheins ausgewiesen. Berechnet wird die Preisänderung im Verhältnis zu einem Steigen oder Fallen der Volatilität um ein Prozent. So besagt ein Vega von 0,3, dass sich der Wert des Optionsscheins um 0,3 nach oben oder unten ändern wird. 

Rho

Mit dem Rho wird wiederum die Veränderung des Wertes von Optionsscheinen beziffert, die durch Zinsveränderungen verursacht werden. Bezugsgröße ist dabei eine Änderung des Zinssatzes um einen Prozentpunkt. Somit ist das Rho insbesondere für Devisen-Optionsscheine relevant, bei denen sowohl die in- als auch die ausländischen Zinssätze berücksichtigt werden müssen.

 

 

Die vom Autor als Basis für diesen Artikel verwendeten Informationen sind vom Rechteinhaber des Grundlagenwissen: Investmentfonds und die Risiken, der fundsware GmbH, zur Verfügung gestellt worden.

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