Die Zahl der Riester-Neuabschlüsse ist seit Jahren rückläufig

Erste Vorschläge liegen vor Riester-Reform

Mit der sogenannten Riester-Rente wollte die rot-grüne Koalition in den frühen 2000er Jahren die private Altersvorsorge in Deutschland nachhaltig stärken. Anfangs durchaus positiv aufgenommen leidet die Riester-Vorsorge schon länger an schwindender Akzeptanz. Eine Riester-Reform soll neuen Schwung bringen.

Die Zahl der Riester-Neuabschlüsse ist seit Jahren rückläufig. Und längst nicht jeder abgeschlossene Vertrag wird auch aktiv bespart. Teure und unflexible Produkte, magere Renditen, ein hoher Bürokratie-Aufwand im Förder-Kontext - das sind nur einige Kritikpunkte an der Riester-Rente. Eine von der Ampelkoalition Anfang des Jahres eingesetzte "Fokusgruppe Altersvorsorge" hat jetzt Verbesserungsvorschläge vorgelegt.

Autorenbox (bitte nicht verändern)

Mehr Flexibilität, mehr Rendite, zertifiziertes Altersvorsorgedepot

Im Kern soll das "Riestern" künftig flexibler sein und auch für Produkte geöffnet werden, die bei höherem Risiko mehr Rendite versprechen. Dafür will man sich von der jetzt geltenden 100prozentigen Kapitalgarantie ein Stück weit verabschieden. Produkte mit garantiertem Erhalt der gezahlten Beiträge zzgl. Zulagen soll es zwar weiter geben - ein Angebot für sicherheitsorientierte Vorsorgesparer. Niedrigere Kapitalgarantien mit einer Untergrenze bei 80 Prozent sollen künftig aber ebenfalls möglich sein.

Bisher ist die Riester-Förderung stark auf private Rentenversicherungen ausgerichtet. Mit dem Vorschlag eines förderfähigen zertifizierten Altersvorsorgedepots beschreitet die Fokusgruppe einen neuen Weg. Das Depot soll mit Fonds, ETFs und anderen realwertorientierten Assets bestückt werden können, um die Erzielung höherer Renditen zu ermöglichen. Im Unterschied zu einem "normalen" Depot soll beim Altersvorsorgedepot die Verfügung vor Rentenbeginn ausgeschlossen sein.

Mehr Flexibilität schlagen die Experten auch in der Auszahlphase vor. Bislang kann man sich höchstens 30 Prozent des angesparten Kapitals auf einmal auszahlen lassen, der Rest fließt als lebenslange Rente. Künftig sollen auch höhere Auszahlungsanteile bis hin zur 100prozentigen Auszahlungen möglich sein.

Nicht aufgegriffen hat die Fokusgruppe die Idee eines staatlichen Altersvorsorge-Fonds nach schwedischem Vorbild."

Kein staatlicher Altersvorsorge-Fonds im Konzept

Die bestehende Fördersystematik will die Fokusgruppe im Wesentlichen beibehalten. Sie spricht sich aber für Vereinfachungen bei den Produkt- und Verwaltungsanforderungen aus. Der Wechsel zwischen Anbietern in der Ansparphase soll überdies erleichtert und mehr Kostentransparenz hergestellt werden.

Nicht aufgegriffen hat die Fokusgruppe die Idee eines staatlichen Altersvorsorge-Fonds nach schwedischem Vorbild. Dies ist bemerkenswert, da alle Ampelparteien - wenn auch mit unterschiedlicher Ausrichtung - in der Vergangenheit Sympathien für eine solche Fondslösung erkennen ließen. Auch von Verbraucherschutzseite wird die Fondsidee unterstützt - das Fehlen im Fokusgruppen-Konzept entsprechend kritisiert.

Kontakt zu mir

Hallo!
Schön, dass Sie mich kennenlernen möchten.