Über viele Jahre bildeten Bürogebäude das zentrale Fundament vieler Immobilienfonds

Immobilienfonds Weniger Büro, mehr Logistik

Wie Immobilienfonds ihre Portfolios umbauen.

Immobilienfonds gehören seit vielen Jahren zu wichtigen Investoren auf den Immobilienmärkten. Sie bündeln Kapital von Anlegern und investieren dieses in Bürogebäude, Handelsimmobilien, Wohnanlagen oder Logistikzentren. Welche Nutzungsarten dabei im Mittelpunkt stehen, verändert sich jedoch im Laufe der Zeit. Eine aktuelle Auswertung des deutschen Fondsverbands BVI zeigt nun deutliche Verschiebungen in den Portfolios vieler Immobilienfonds. Besonders auffällig ist der sinkende Anteil von Büroimmobilien und der wachsende Fokus auf andere Nutzungsarten wie Logistik oder Wohnen.

Büro verliert an Bedeutung

Über viele Jahre bildeten Bürogebäude das zentrale Fundament vieler Immobilienfonds. Unternehmen benötigten große Büroflächen, und langfristige Mietverträge sorgten für stabile Einnahmen.

Noch vor rund zwei Jahrzehnten stammten etwa 68 Prozent der Mieteinnahmen vieler Immobilienfonds aus Büroimmobilien. Dieser Anteil ist inzwischen deutlich gesunken. Nach den aktuellen Daten liegt er heute bei rund 46 Prozent.

Noch deutlicher wird die Entwicklung bei den Neuankäufen. Im ersten Halbjahr 2025 entfielen nur noch etwa 25 Prozent der neu erworbenen Immobilien auf Büroobjekte. Fondsmanager investieren damit deutlich weniger in diese klassische Nutzungsart.

Ein wichtiger Hintergrund dieser Entwicklung sind strukturelle Veränderungen der Arbeitswelt. Flexible Arbeitsmodelle, Digitalisierung und der verstärkte Einsatz von Homeoffice haben die Nachfrage nach klassischen Büroflächen verändert.

Logistik als Wachstumssegment

Während Büroimmobilien an Bedeutung verlieren, gewinnen Logistikimmobilien zunehmend an Gewicht. Diese Entwicklung hängt eng mit dem Wachstum des Onlinehandels und der zunehmenden Bedeutung globaler Lieferketten zusammen.

Logistikzentren, Verteilhallen oder Lagerflächen werden benötigt, um Warenströme effizient zu organisieren. Für Investoren gelten solche Immobilien häufig als attraktiv, weil sie langfristige Mietverträge mit großen Unternehmen bieten können.

Viele Immobilienfonds nutzen deshalb Logistikimmobilien, um ihre Portfolios stärker zu diversifizieren. Diversifikation bedeutet in diesem Zusammenhang, dass verschiedene Immobilienarten kombiniert werden, um Risiken besser zu verteilen.

Neben Logistik spielen auch andere Nutzungsarten eine größere Rolle als früher:

  • Wohnimmobilien
  • Einzelhandelsobjekte
  • Spezialimmobilien wie Gesundheits- oder Bildungsimmobilien

Breiter aufgestellte Portfolios

Büroimmobilien verlieren im Vergleich zu früher an Gewicht, während Logistik, Wohnen und andere Nutzungsarten stärker in den Fokus rücken."

Die aktuelle BVI-Auswertung zeigt, wie stark sich die Struktur der Immobilienfonds verändert hat. Insgesamt nahmen 18 Fondsgesellschaften an der Erhebung teil. Berücksichtigt wurden 395 Immobilienfonds, darunter sowohl offene als auch geschlossene Fonds sowie Publikums- und Spezialfonds.

Publikumsfonds richten sich an private Anleger, während Spezialfonds vor allem institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen ansprechen.

Die erfassten Immobilien besitzen einen Gesamtverkehrswert von rund 178 Milliarden Euro. Der Verkehrswert beschreibt den geschätzten Marktwert einer Immobilie. Die gesamte Nutzfläche der betrachteten Objekte liegt bei mehr als 55 Millionen Quadratmetern.

Diese Zahlen verdeutlichen die wirtschaftliche Bedeutung der Immobilienfonds für den europäischen Immobilienmarkt.

Anpassung an neue Marktbedingungen

Der Umbau der Portfolios zeigt, wie Fondsmanager auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen reagieren. Immobilienmärkte entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter, und Investoren müssen ihre Strategien entsprechend anpassen.

Mehrere Faktoren beeinflussen diese Entwicklung:

  • Veränderungen der Arbeitswelt und Büroflächennachfrage
  • Wachstum des Onlinehandels und steigende Logistikbedarfe
  • demografische Entwicklungen im Wohnungsmarkt
  • neue Nutzungsformen im Gesundheits- oder Bildungsbereich

Durch eine breitere Streuung der Immobilienarten versuchen Fondsmanager, langfristig stabile Erträge zu erzielen und Risiken besser zu verteilen.

Fazit

Die aktuelle BVI-Analyse zeigt eine deutliche Veränderung in den Portfolios vieler Immobilienfonds. Büroimmobilien verlieren im Vergleich zu früher an Gewicht, während Logistik, Wohnen und andere Nutzungsarten stärker in den Fokus rücken.

Diese Entwicklung spiegelt den strukturellen Wandel der Immobilienmärkte wider. Fondsmanager reagieren darauf, indem sie ihre Investitionen breiter streuen und stärker auf unterschiedliche Nutzungsarten setzen.

Für Anleger bedeutet das, dass Immobilienfonds heute oft deutlich diversifizierter aufgestellt sind als noch vor einigen Jahrzehnten.

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