Die Zahl der Privatinsolvenzen hat sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt

Wirtschaftliche Probleme Privatinsolvenzen steigen in 2021

Die Zahl der Privatinsolvenzen hat sich 2021 im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Bei genauerer Analyse zeigt sich, dass es zwischen den Regionen Deutschlands und bestimmten Personengruppen deutliche Unterschiede gibt.

Das "Schuldenbarometer 2021" liefert aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Privatinsolvenzen in Deutschland und wertet diese nach verschiedenen Kriterien aus:

Autorenbox (bitte nicht verändern)

  • 2021 wurden circa 109.000 Privatinsolvenzen angemeldet.
  • Im Jahr zuvor waren es rund 56.000 Fälle.
  • Die höchste Zahl wurde 2010 registriert. Damals mussten fast 140.000 Menschen Privatinsolvenz anmelden.
  • Im Zeitraum 2011 bis 2020 sanken die Insolvenzzahlen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die 2021er-Zahlen eine Trendwende markieren, denn Fachleute rechnen auch im kommenden Jahr mit vergleichsweise hohen Fallzahlen.

Steiler Anstieg der Privatinsolvenzen hat mehrere Ursachen

Dass die Zahl der Privatinsolvenzen innerhalb eines Jahres um rund 93 Prozent anstieg, liegt unter anderem an der jüngsten Gesetzesreform. Viele Betroffene zögerten ihren Antrag hinaus, weil die Laufzeit des Verfahrens seit 2021 von sechs auf drei Jahre reduziert wurde. Hinzu kommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Hart getroffen hat es zum Beispiel Arbeitnehmer, die in Kurzarbeit geschickt wurden, und Solo-Selbstständige. 

Finanzielle Belastung privater Haushalte wächst

Trotz der staatlichen Hilfspakete in Corona-Zeiten sind die finanziellen Reserven bei vielen Menschen ausgeschöpft. Bereits jetzt ist abzusehen, dass die Haushalte noch stärker belastet werden, weil nicht nur die Preise für Lebensmittel und Energie, sondern auch die Mieten weiter steigen werden. Dabei geht es bei den meisten Privatinsolvenzen nicht um riesige Summen. Im Durchschnitt haben die Betroffenen Schulden in Höhe von knapp 19.000 Euro.

Dass die Zahl der Privatinsolvenzen innerhalb eines Jahres um rund 93 Prozent anstieg, liegt auch an der jüngsten Gesetzesreform."

Analyse zeigt, wer besonders betroffen ist

Bei der Erstellung des Schuldenbarometers werden die einzelnen Regionen unseres Landes separat erfasst. Dabei zeigt sich ein auffälliges Nord-Südgefälle. Im Norden gibt es deutlich mehr Fälle als in den südlichen Regionen der Bundesrepublik. Während in Bremen auf 100.000 Einwohner 247 Privatinsolvenzen angemeldet wurden, waren es in Bayern lediglich 86.

Ältere Menschen und Männer sind häufiger insolvent

Geschlecht und Alter spielen in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Rolle. Besonders stark stieg die Zahl der Privatinsolvenzen bei den über 61-Jährigen an. Männer sind überdurchschnittlich vertreten. Zum Vergleich: Von 100.000 Männern meldeten 160 Privatinsolvenz an, bei den Frauen waren es 103.

 

 

Autor: Reiner Braun, Braun Finanzberatung GmbH & Co. KG Bamberg, www.braun-finanzberatung.de

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