Nicht nur in Deutschland gehört das Anprangern der wachsenden Ungleichheit zum Alltag vieler Politiker

Neue Studien beweisen Radikale Umverteilung geht nicht

Nicht nur in Deutschland gehört das Anprangern der wachsenden Ungleichheit zum Alltag vieler Politiker. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass eine einfache Umverteilung von Vermögen keine Lösung ist.

Täglich finden sich in den Medien Berichte über soziale Missstände in wohlhabenden Ländern: Alleinerziehende, die jeden Cent umdrehen müssen, Rentner, die Lebensmittel von karitativen Organisationen beziehen - die Liste ließe sich fortsetzen. Auf der anderen Seite gibt es Sendungen, die das luxuriöse Leben des internationalen Jetsets thematisieren. So beklemmend diese sozialen Differenzen für die meisten Bürger sind, solche Reportagen beschreiben nur einen Teil der Realität. Selbst für Wissenschaftler ist es kompliziert, die Verteilung von Einkommen und Vermögen und die Entwicklungstendenzen der Relationen objektiv zu beschreiben.

Konzentration der Vermögen nimmt zu, Ungleichheit der Einkommen sinkt 

Der Global Wealth Report, der vor wenigen Tagen vorgestellt wurde, bestätigt die weitverbreitete Meinung: Fast die Hälfte des Finanzvermögens gehört Millionären, und der Anteil der Superreichen wird in den nächsten Jahren noch größer werden. Ein anderes Bild zeichnet sich bei der Untersuchung der Einkommensverhältnisse ab. Seit Jahren verringern sich die Unterschiede in den Einkommen. Das führt dazu, dass die Mittelschicht im globalen Maßstab wächst. 

Der Gini-Koeffizient

Um einen Maßstab zur Beurteilung der Einkommensverteilung zu finden, hat der italienische Soziologe Gini bereits 1912 einen Koeffizienten entwickelt, der unter seinem Namen heute noch immer angewendet wird. Dieser Koeffizient würde Null betragen, wenn alle Menschen der untersuchten Gruppe ein identisches Einkommen erzielten. Bekäme ein Einzelner das gesamte Einkommen, stiege der Gini-Koeffizient auf 100. 

Im Zeitraum zwischen 1988 bis 2008 sank der globale Gini-Koeffizient von 74 auf einen Wert von 69. Die Ursache für die Verringerung lässt sich jedoch nicht in den alten Industriestaaten finden. Speziell in den asiatischen Staaten wächst der Anteil mittlerer Einkommen überproportional. Die Brookings Institution geht davon aus, dass weltweit 3,5 Milliarden der Mittelschicht zuzurechnen sind. 

Seit Jahren verringern sich die Unterschiede in den Einkommen. Das führt dazu, dass die Mittelschicht im globalen Maßstab wächst."

Ungleichheit als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung? 

So erfreulich diese Entwicklung für den sozialen Frieden ist - auch diese Medaille hat zwei Seiten. Ein Vertreter des internationalen Währungsfonds hat den Zusammenhang zwischen Gini-Koeffizient und wirtschaftlicher Entwicklung am Beispiel von 77 Staaten untersucht. 

Dabei fand er heraus, dass der mittlere Gini-Koeffizient bei 27 liegt (Deutschland 2012: 28,3). Außerdem stellte er fest, dass Länder mit einem etwas niedrigeren Koeffizienten von einer größeren Ungleichheit profitieren.

Falsch wäre es auf alle Fälle, die Vermögen einfach umzuverteilen, wie es das Beispiel von Venezuela zeigt. Das einstmals wohlhabende Land steht heute infolge der sozialistischen Politik vor dem Kollaps.

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