Gold ist gefragt wie seit Jahren nicht

Unerwarteter Anstieg in den letzten Wochen Was ist los mit dem Goldpreis?

In unsicheren Zeiten gilt Gold als "sicherer Hafen". Das scheint auch jetzt wieder so zu sein. Seit einiger Zeit zieht der Goldpreis deutlich an. Gold ist gefragt wie seit Jahren nicht.

Dabei hatte es noch vor wenigen Monaten anders ausgesehen. Nach dem unerwarteten Wahlsieg Donald Trumps in den USA ging der Goldpreis zunächst in den Keller, die Aktienbörsen jubelten. Mitte Dezember kostete die Feinunze gerade noch 1128 Dollar. Heute liegt der Goldpreis gut 13 Prozent höher.

Verunsicherung ist gewachsen 

Ein Grund für die neuerliche Nachfrage nach dem gelben Edelmetall dürfte in Enttäuschungen und Irritationen über den Kurs des neuen US-Präsidenten liegen. Der Preisanstieg ist praktisch parallel zum Amtsantritt und den ersten Amtswochen Trumps erfolgt, das Börsen-Hoch erst einmal gebremst. Überschlugen sich zunächst die positiven Erwartungen im Hinblick auf die angekündigten Steuersenkungen, ein milliardenschweres Infrastruktur-Programm und eine wirtschaftsfreundliche Politik, ist spätestens mit dem Scheitern von Trumps Gesundheitsreform Ernüchterung eingetreten. Vieles am Kurs der neuen US-Administration wirkt immer noch erratisch und man weiß nicht so recht, wohin die Reise geht - das trägt zur Verunsicherung bei und treibt den Goldpreis. 

Spannungen haben zugenommen 

Hinzu sind die wieder gewachsenen politischen Spannungen auf dem Globus gekommen. In Syrien liefern sich die USA und Russland einen Stellvertreterkrieg, dessen Ende nicht absehbar ist. Nordkorea rasselt ständig und verstärkt mit dem Säbel. Hier stoßen die Interessen der Vereinigten Staaten und Chinas aufeinander.  Anders als sein Vorgänger Obama scheint Trump entschlossener zu sein, in Konflikten auch militärische Zeichen zu setzen. Das trägt nicht zur Entspannung bei. 

Ob das "Gold-Hoch" anhält, dürfte stark von der weiteren Entwicklung in den USA abhängen."

Schwelende Krisen bleiben 

Last but not least sind es neben solchen aktuellen Ereignissen und Konflikten auch latent schwelende Krisen, die die Unsicherheit fördern. Das gilt insbesondere für Europa und den Euro-Raum. Wie es mit dem Euro weitergeht, ist angesichts von Ablehnung und unerledigten Hausaufgaben in einigen europäischen Ländern unklar. Der Brexit, die Wahlen in Frankreich und Großbritannien werfen Fragen über den weiteren Kurs Europas auf. Die Uneinigkeit in der EU und fehlende Antworten auf Herausforderungen wie die Flüchtlingskrise bleiben ein dauerndes Problem. 

Viel hängt von den USA ab 

Angesichts dieser "Gemengelage" verwundert es nicht, wenn mancher Anleger sein Heil im Gold sucht. Ob das "Gold-Hoch" anhält, dürfte stark von der weiteren Entwicklung in den USA abhängen. Sollte die US-Wirtschaft schwächeln und die Zweifel an Trumps Politik wachsen, könnte der Goldpreis noch weiter steigen. Sollte die US-Konjunktur gut verlaufen und zusätzlicher Schub durch einige Reformmaßnahmen kommen, könnte die Gold-Hausse dagegen ein Strohfeuer gewesen sein.

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