Im engeren Sinne gehören die Kosten der Geldanlage eigentlich nicht zum Risiko

Serie Finanzwissen: Finanzwissen Anlagestrategien Allgemeine Risiken der Vermögensanlage, Teil 4

Die allgemeinen Marktrisiken, spezifische Wertpapierrisiken und Risikofaktoren wie Volatilität, Steuern und Kreditfinanzierung sind bereits behandelt worden.

An dieser Stelle soll es um einige weitere "Belastungsfaktoren" gehen, die sich ebenfalls auf den Anlageerfolg auswirken. Konkret handelt es sich um die Kosten der Geldanlage, das Emittentenrisiko und anlegerbedingte Risiken. Weitere Risiken in Teil 1, Teil 2 und Teil 3.

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Die Kosten der Geldanlage

Im engeren Sinne gehören die Kosten der Geldanlage eigentlich nicht zum Risiko, denn sie sind üblicherweise im Voraus bekannt und daher "sicher". Unbestreitbar mindern sie aber den Anlageerfolg, denn erst die nach Abzug der Kosten verbleibenden Erträge kommen tatsächlich dem Anleger zugute. Im Zusammenhang mit Wertpapiergeschäften und -besitz fallen vielfältige Kosten und Gebühren an: 

  • Bei Investmentfonds sind Erwerb und Rückgabe von Anteilen mit Ausgabe- bzw. Rücknahmeaufschlägen verbunden. Für die Fondsverwaltung wird eine jährliche Verwaltungsgebühr berechnet. Manche Fonds verlangen eine sogenannte "Performance fee" und partizipieren damit am Ergebnis. 
  • Beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren werden Orderkosten der Bank bzw. des Brokers in Rechnung gestellt, darüber hinaus fallen ggf. Courtage und Gebühren für die Nutzung bestimmter Börsenplätze an.
  • Ein weiterer Kostenfaktor bei Wertpapieren sind die Kosten der Depotverwahrung.

Transaktions- und Verwahrungskosten können die "Performance" einer Anlage erheblich schmälern. Durch die Wahl geeigneter Anbieter mit günstigen Konditionen und Gebührenmodellen besteht die Möglichkeit, die Kosten in gewissen Grenzen zu steuern. 

Das Emittentenrisiko

Das Emittentenrisiko bezeichnet das Risiko von Verlusten bei Wertpapieren, die dadurch bedingt sind, dass der Emittent zahlungsunfähig wird. Ein solches Risiko besteht grundsätzlich bei Aktien, Anleihen, Zertifikaten und Schuldverschreibungen. Dass das Emittentenrisiko auch bei vergleichsweise "sicheren" Wertpapieren wie Anleihen oder Schuldverschreibungen real werden kann, zeigen die Insolvenzen von Lehman Brothers & Co zu Beginn der Finanzkrise.

Bei (offenen) Investmentfonds ist das Emittentenrisiko ausgeschaltet, da das Fondsvermögen rechtlich ein Sondervermögen darstellt, das vom eigentlichen Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt und vor Zugriffen geschützt bleibt. In diesem Sinne sind Fonds für Anleger tatsächlich "sicher". Das Emittentenrisiko der im Fondsvermögen enthaltenen Wertpapiere wird durch Risikostreuung vermindert.

Anlegerbedingte Risiken

Anlegerbedingte Risiken treten durch "Fehlverhalten" auf Anlegerseite auf. Dies ist zum Beispiel gegeben, wenn im Rahmen der Anlageberatung von Anlegerseite bewusst unvollständige oder fehlerhafte Informationen gegeben werden, die dann ggf. zu falschen Empfehlungen und Entscheidungen führen. Auch die Verletzung von Sorgfaltspflichten und die Nichtbeachtung von Usancen bei der Auftragserteilung können zu den anlegerbedingten Risiken gezählt werden. Da der Anleger solche Risiken im Rahmen seines eigenen Verhaltens durch entsprechende Transparenz, Information und Offenheit selbst steuern und vermeiden kann, handelt es sich nicht um eine Risiko im eigentlichen Sinne.

 

Die vom Autor als Basis für diesen Artikel verwendeten Informationen sind vom Rechteinhaber des Grundlagenwissen: Investmentfonds und die Risiken, der fundsware GmbH, zur Verfügung gestellt worden.

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