Geduld gehört nicht unbedingt zu den Stärken vieler Investoren

Der Wettstreit zwischen Value und Growth Fokussierung auf Wachstum ist ungünstig

Value Investing ist eine Anlagestrategie, die vor allem auf die Fundamentaldaten von Unternehmen setzt - der wohl bekannteste Protagonist dieses Ansatzes ist Warren Buffett. Dem stehen die Anhänger der Growth-Strategie gegenüber, die sich von wachstumsstarken Unternehmen überdurchschnittliche Renditen erwarten. Am Markt gibt es sowohl Value als auch Growth Fonds.

Growth scheint für Dynamik, Erfolg, Zukunftschancen usw. zu stehen, was vermeintlich besondere Perspektiven eröffnet. Value konzentriert sich dagegen auf die vom Markt verkannten Potenziale von Substanzwerten, die es durch geduldiges Abwarten auszunutzen gilt. Geduld gehört allerdings nicht unbedingt zu den Stärken vieler Investoren. Das mag erklären, warum Growth-Strategien oft dem Value Investing vorgezogen werden.

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Doch ist diese einseitige Fokussierung auf Wachstum berechtigt? Nach einer Untersuchung des Analyse-Hauses Morningstar liegen im Langzeit-Vergleich Value-Aktien im Ergebnis vor Growth-Aktien. Sie untersuchten dabei Kursentwicklungen über einen Zeitraum von gut vierzig Jahren. Value-Titel schnitten am Schluss gut anderthalbmal besser ab als Growth-Werte. Das scheint überraschend, denn eigentlich sollten doch wachstumsstarke Aktien auch besondere Kursmöglichkeiten verheißen. 

Growth-Aktien und Fonds - chronisch überbewertet? 

Doch es gibt Erklärungen, warum das so ist: 

  • Wachstum führt nicht automatisch zu einem Kursanstieg. Solange es sich in dem vom Markt erwarteten Rahmen bewegt, ist dies bereits in den Kursen antizipiert. Sie verändern sich dann nicht weiter. Steigende Kurse sind nur wahrscheinlich, wenn das Wachstum "aus dem Rahmen fällt". Das ist aber längst nicht bei jeden Growth-Titel der Fall.
  • Nicht jedes Wachstum führt auch zu mehr Gewinn - oder anders ausgedrückt: Wachstum ist kein Wert an sich. Das gilt nur dann, wenn zusätzliche Investitionen zur Geschäftsausweitung auch einen echten Mehrwert generieren. Auch das kann nicht jedes Unternehmen auf Wachstumskurs von sich behaupten. 
  • Werte, die in der Vergangenheit durch starkes Wachstum aufgefallen sind, müssen nicht auch in der Zukunft wachstumsstark sein. Viele Analysten und Marktbeobachter neigen aber dazu, vergangene Entwicklungen einfach in die Zukunft zu projizieren. Die Folge ist, dass manche Growth-Aktie überbewertet wird, weil die Wachstumsaussichten zu optimistisch eingeschätzt werden.
  • Dieser Hang zum Über-Optimismus gilt auch bei Growth Fonds. Hier kommt es sehr auf die Zusammensetzung des Portfolios an, wie die Aussichten des Fonds tatsächlich einzuschätzen sind. Es reicht nicht, nur auf das Wachstum der im Fondsvermögen abgebildeten Unternehmen zu schauen. Auch die Qualität und die Profitabilität sind wichtig.

Chronisch überbewertet - diese Gefahr ist bei Growth Investments immer gegeben. Beim Value Investing gehört die Unterbewertung dagegen zum Prinzip. Davon lebt das Konzept.

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