Weltwirtschaftliches Wachstum mit Schwachstellen

Obwohl Strukturreformen dringend notwendig sind Weltwirtschaft läuft immer besser

Die Weltwirtschaft läuft auf Hochtouren. Das meint zumindest der Internationale Währungsfonds (IWF). Das sei aber kein Grund, sich auf dem Wachstum auszuruhen - im Gegenteil: Jetzt sollten dringend nötige Reformen angegangen werden.

Im Vergleich zum Juli korrigierten die IWF-Experten ihre Prognosen sogar noch um 0,1 Prozentpunkte nach oben. In diesem Jahr wird nun ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,6 Prozent erwartet, für 2018 geht man von 3,7 Prozent aus. Auch für Deutschland ist man optimistisch. Hier werden 2,0 Prozent Wachstum für 2017 prognostiziert und 1,8 Prozent für 2018 - 0,2 Prozentpunkte mehr als ursprünglich vorausgesagt. Das Wachstum der Weltwirtschaft stehe auf seiner breitesten Basis seit Beginn dieses Jahrzehntes, stellt der IWF fest. Auch das ist eine positive Einschätzung.

Weltwirtschaftliches Wachstum mit Schwachstellen

Wo viel Licht ist, ist im Allgemeinen auch Schatten. Tatsächlich haben die guten Zahlen ihre negative Kehrseite. Das Wachstum verdeckt nach Meinung des Währungsfonds einige Schwachstellen. Die Prosperität sei höchst ungleich verteilt. Viele Menschen profitieren nicht vom Aufschwung. Es gebe sogar ganze Länder, vor allem in der Dritten Welt, die abseits stünden. Vielfach bleibe das Einkommenswachstum hinter dem Wirtschaftswachstum zurück. 

Die gute Lage sei auch kein Anlass, auf dringend nötige Reformen zu verzichten. Im Unterschied zu den letzten Jahren stehen Nachfrageimpulse bezüglich mehr Staatsausgaben diesmal für den IWF nicht so sehr im Fokus. Kein Wunder, denn die Weltwirtschaft wächst auch so. Handlungsbedarf sieht der Währungsfonds vor allem in folgenden Feldern: 

  • nachhaltigere Haushaltspolitik: Angesichts der guten Wirtschaftslage solle stärker über Schuldenabbau nachgedacht werden. Es gehe um eine schrittweise Konsolidierung des aufgeblähten Schuldenniveaus in vielen Staaten. 
  • Vorsorge für künftige Rezessionen: Mindestens genauso wichtig sei es, Reserven für wirtschaftlich schwächere Phasen in der Zukunft aufzubauen. Sonst fehlten Polster, um einem Abschwung wirksam gegensteuern zu können. 
  • Verbesserung der Infrastruktur: Infrastruktur-Investitionen seien wichtig als Basis für künftiges Wachstum. Hier bestehe vielfach noch erheblicher Nachholbedarf. 
  • mehr Investitionen in Bildung: Das gelte auch für die Bildung. Wissen und Qualifizierung seien entscheidende Voraussetzungen, um im Wettbewerb mithalten zu können und weiter zu wachsen. 

Viele Menschen profitieren nicht vom Aufschwung."

Auch für Deutschland gibt es was zu tun

Mit den Forderungen nach einer nachhaltigeren Haushaltspolitik und Zukunftsvorsorge liegt der IWF ganz auf dem Kurs des scheidenden Bundesfinanzministers Schäuble, der sich bestätigt fühlen darf.

Das war nicht immer so.

Die Mahnung zu mehr Investitionen in Infrastruktur und Bildung trifft dagegen auch Deutschland uneingeschränkt. Hier gibt es noch viel zu tun. Man darf gespannt sein, wie eine neue Bundesregierung diese Themen angehen wird.

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